Täglich Shaarli
March 15, 2026
Nach einem Jahrhundert der Emanzipation erleben wir heute weltweit das destruktive Auftrumpfen toxischer Männlichkeit. Doch was häufig als Wiederkehr des Patriarchats gedeutet wird, ist vielmehr Ausdruck einer viel gefährlicheren Entwicklung: dem Streben nach einer ungeregelten Herrschaft des Stärkeren. Lässt sich weibliche Freiheit in diesem postpatriarchalen Chaos noch mittels Gleichstellungspolitik voranbringen?
Es ist ein lieb gewonnenes Ritual bei gleichstellungspolitischen Veranstaltungen, die jeweils neuesten Gender-Reporte zu zitieren: »Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch soundsoviele Jahre dauern, bis die Gleichstellung erreicht ist!« Das ist pessimistisch gemeint, ich denke dabei aber immer, dass es eigentlich zu optimistisch ist. Woher wissen wir denn, dass es überhaupt weitergeht? Gut möglich, dass die Gleichstellung ihren Peak bereits überschritten hat und Frauenrechte nicht weiter zu-, sondern wieder abnehmen.
Ein 25-Jähriger durchforstet soziale Medien nach NS-Symbolen und Volksverhetzung, weil die Polizei es nicht tut. Ist das Zivilcourage oder Denunziation?
Soziale Netzwerke sorgen permanent für schlechte Laune – aber man bleibt drin oder zieht bestenfalls zur nächsten kommerziellen Plattform. Es gibt jedoch eine andere, dezentrale und selbstbestimmte Tradition, sich digital zu vernetzen. Gleb J. Albert zeichnet die Geschichte dieser Alternative nach – von Mailboxen bis Mastodon.