Monatlich Shaarli
November, 2019
Benigna Munsi, die am Freitag den traditionsreichen Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet, über die Hass-Botschaft der AfD, die Liebe der anderen und ihre Rolle als Christkind.
Was kommt auf die Piratenpartei mit dem Eintritt von FFF-Aktivisten zu? Wie interessant ist sie als zukünftiger parlamentarische Arm für FFF?
Am Anfang war Thüringen: Vor bald 90 Jahren, am 23. Januar 1930, konnten die Nationalsozialisten dort ihre erste Beteiligung an einer deutschen Landesregierung feiern. Und zwar mit einem Staatsminister für Inneres und Volksbildung namens Wilhelm Frick, der nur drei Jahre später zum Reichsminister des Innern im Kabinett des frisch gekürten Reichkanzlers Adolf Hitler ernannt wurde. Dahinter steckte bekanntlich das Kalkül des (neben Hindenburg zweiten) Kanzlermachers, Franz von Papen, dem die wohl fatalste Fehleinschätzung der deutschen Geschichte zugeschrieben wird: „In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrückt, dass er quietscht!“
Von der Leyen will Geschlechterparität für ihr Kommissionsteam. Nötiger wäre eine Quote für Nicht-Vorbestrafte und Millionäre ohne Interessenskonflikte. Ein Gastbeitrag.
Die Partei plädiert für einen ökologischen Keynesianismus. Aber reicht das zur Rettung des Klimas?
Eine Morddrohung an der Haustür, Essig im Briefkasten, eine geplante Demonstration gegen ihn: Ein Autor des Störungsmelders wird von Neonazis verfolgt und bedroht. Hier schreibt er über sein Leben im Fadenkreuz der Szene.
Wir befinden uns mitten im sechsten großen Artensterben der Erdgeschichte. Das erste liegt etwa 500 Mio. Jahre zurück: Damals brachen so viele Vulkane aus, dass sich die Zusammensetzung der Meere und der Atmosphäre stark veränderte und in der Folge viele Arten ausstarben. Vor 443 Mio. Jahren driftete dann der Urkontinent Gondwana nach Süden und die Erde kühlte sich ab. Dabei starben vermutlich mehr als 85 Prozent aller Meeresbewohner. Als größtes Massenaussterben aller Zeiten aber gilt der Übergang vom Erdaltertum zum Erdmittelalter etwa zweihundert Mio. Jahre später, bei dem nach gigantischen Vulkanausbrüchen in Sibirien beinahe alles Leben weltweit vernichtet wurde. Das große Sterben zog sich damals mindestens über Tausende von Jahren hin. Erdgeschichtlich gesehen war das ein recht schnelles Aussterben in kurzer Zeit, aber im Vergleich zu dem, was heute passiert, war es slow motion.
Wer eine rechtsextremistische, rassistische Bewegung zurückdrängen will, muss sie ausgrenzen. Die Reaktionen der AfD zeigen, dass ihr genau das Probleme bereitet.
Der Umgangston in sozialen Netzwerken ist rau, das ist bekannt. Doch was rechte Akteure mittlerweile auf Twitter betreiben, geht darüber hinaus. Wer sich gegen sie stellt, hat nicht nur mit Beleidigungen zu rechnen.
René Ketterer betreibt seit vielen Jahren das Online-Forum "GEZ Boykott". Hier spricht er über seine Kritik am Rundfunkbeitrag, Boykott in Intervallen, ein "Bruderurteil", die Angst der Sender vor der AfD und warum er sich nicht die Abschaffung sondern eine Verkleinerung der Öffentlich-Rechtlichen wünscht.
Die Historikerin Margaret O'Mara hat die Erfolgsformel des Silicon Valley erforscht. Sie erklärt, welche Rolle der Kalte Krieg dabei gespielt hat - und warum das Valley schwer zu kopieren ist.
Meine total verrückte Reise um die Welt", war am 12. September 2017 eine ganzseitige Reportage in der "Bild"-Zeitung überschrieben. Darin berichtete der Reporter Michael Quandt, dass er in nur fünf Tagen "vier Kontinente, acht Städte" bereist und dafür 40.200 Flugkilometer zurückgelegt habe – und weil er ausschließlich Billigflieger benutzt hatte, kostete das Ganze lediglich 1.827 Euro. Seine Schilderungen waren gespickt mit Ausflugsberichten – Dromedarreiten in Dubai und Shave-Ice-Essen in Waikiki Beach, selbstverständlich alles belegt durch die obligaten Instagram-Fotos.
Im Fernsehen spricht die Agrarexpertin Christine Schneider über die Proteste der Landwirte und wird daraufhin scharf kritisiert. Der Fall zeigt, wie aufgeheizt die Debatte ist.
Wer im Sommer 2019 in Berlin der mietenpolitischen Auseinandersetzung folgte, wurde Zeuge einer ideologischen Schlammschlacht: Die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher, hatte als Reaktion auf die gestiegenen Mieten in der Stadt einen Entwurf für ein „Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin“ vorgelegt.
Der Deutsche Juristinnenbund macht Druck auf die Regierung, entschiedener gegen Hass im Netz vorzugehen. Die Forderungen machen klar, wie wenig Behörden Frauenhass bisher auf dem Zettel haben.
Er zog aus, um Deutschland zu entkommen und die Welt zu entdecken. 30 Jahre später ist Manfred ein Rechtsradikaler. Die Propagandamaschine im Netz und ihre Narrative wirken bis in eine Strandidylle im 10.000 Kilometer entfernten Indonesien hinein. Eine Spurensuche.
Die Fraktionschefs aller Parteien im Landtag reden über ein Jahr schwarz-orange Koalition. Die Bewertung fällt naturgemäß höchst unterschiedlich aus. Die AfD kommt gar nicht erst zum Termin.
Was soll dabei rauskommen, wenn die Redaktion einer Frauen-Mode-Zeitschrift eine Ausgabe einer Finanz-Illustrierten produziert? Anlagetipps mit Handtaschen?
Als Katholik beherrscht Robin Alexander, 44, die übernatürliche Fähigkeit der Bilokation. Offenbar ist er in der Lage, zur gleichen Zeit mit Angela Merkel im Flugzeug nach New York und in einer Talkshow mit Markus Lanz zu sitzen – wo der Autor des Bestellers „Die Getriebenen“ und „stellvertretende Chefredakteur, Schrägstrich Politik“ der „Welt“ die Welt der Berliner Republik erklärt.
Treffen kann man Robin Alexander daher bestenfalls unterwegs, in unserem Fall in der Bar des „Sheraton“ am Frankfurter Flughafen. Er kommt aus Berlin und will später weiter, zu einem Termin im Taunus. Wen er dort treffen wird, will er nicht verraten. Der Journalist schützt seine Quellen. Dafür redet er im Gespräch umso offener über seinen Alltag, sein Selbstverständnis und die Konkurrenz unter Wölfen.
(Wir duzen uns, seit wir beide bei der „taz“ waren.)
Scheinwerfer, Laternen, Werbeschilder: Die sogenannte Lichtverschmutzung ist ein Problem für viele Tiere.
Das Chiemgauer Projekt "Paten der Nacht" will nun bei Firmen, Kommunen und Privatleuten dafür werben, nachts weniger leuchten zu lassen.
Am Ende könnte er sich sogar ein Volksbegehren vorstellen, sagt der Initiator Manuel Philipp.Auf dem Imageboard 8chan sollen sich die Attentäter von El Paso, Christchurch und Halle radikalisiert haben. Inzwischen ist die Seite offline. Der Betreiber kämpft mit allen Mitteln darum, das zu ändern. Doch er hat einen starken Gegner.
Am Brünnstein haben Waldbesitzer auf einer Fläche von zehn Hektar alle Lärchen abgeholzt.
Der von Felsblöcken durchsetzte Lärchenwald hinter der Seonalm war eine Besonderheit.
Umweltminister Thorsten Glauber (FW) ist entsetzt. "Das ist ein schwerer Eingriff in einen sehr sensiblen Naturraum", sagt er.
Man stelle sich folgende Talkshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor: Thema ist die Bedrohung durch Krebs-Erkrankungen, und in der Talkrunde sitzt eine ahnungslose Staatssekretärin, ein abwiegelnder Heilpraktiker, ein Journalist, der behauptet, Krebskranke seien eigentlich eine Sekte, und ein Onkologe, der als Teil seiner Forschungsgruppe einen Nobelpreis bekommen hat. Dann fragt die Moderatorin: „Glauben Sie an den Krebs?“
Die Bundeskanzlerin hat gestern das Internet Governance Forum in Berlin eröffnet. Sie betonte die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft. Das überrascht, denn bisher hatte sich die Bundesregierung anders verhalten. Ein Kommentar.
One of Linux difficult is how to using printer hardware that not support by our distro. For HP laser jet has a little way to download and install driver for Linux OS. T
Jens Söring, der in den Vereinigten Staaten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Doppelmordes verbüßt, ist ohne jeden Zweifel schuldig. Dennoch gilt sein Fall vielen Musterbeispiel eines Justizskandals. Warum?
Ein Serienmörder treibt im nordirischen Belfast sein Unwesen. Detective Superintendent Stella Gibson wird aus London geholt, um die Ermittlungen zu leiten. Kann sie Paul Spector, der tagsüber ein unauffälliges Leben als Familienvater und Therapeut führt, aufhalten?
Beim größten deutschen Online-Mode-Händler müssen sich Beschäftigte gegenseitig in einer App bewerten. Das Feedback bestimmt Gehalt und Aufstiegschancen mit. Die Berliner Datenschutzbehörde nimmt das nun unter die Lupe.
Wo andere Künstler ganz selbstverständlich jemand zum Anpacken oder zum Abschirmen haben, ist Lars Eidinger nicht nur sein eigener Frontmann sondern auch sein eigenes Back Office. Dem multiplen Berliner Künstler gehen trotzdem nicht die Batterien aus. Das Gegenteil scheint der Fall. Der schlaflose Berliner ist omnipräsenter als manches Katzen-Meme. Mit Linus Volkmann sprach er über seine Ironie-Aversion und warum er Klaas Heufer-Umlaufs Porsche-Werbung perfide findet.
Das "Neo Magazin Royale" leakt Dokumente aus dem Streit der Hohenzollern um Entschädigung. Das könnte der Kontroverse tatsächlich eine neue Wendung geben.
Das Interessanteste an Don Alphonso sind nicht Don Alphonso, seine Blogs oder die Entscheidung der FAZ, sie einzustellen. Das Interessanteste an Don Alphonso sind die Reaktionen. Die Entscheidung der Zeitung, nach neun Jahren der Zusammenarbeit zwei Projekte mit einem freien Autor zu beenden, wird von einer erstaunlichen Zahl von Menschen interpretiert als ein weiterer, entscheidender Schritt zu einem Totalitarismus, als Gleichschaltung und Säuberung, mit all den historischen Assoziationen, die diese Begriffe wecken. Für mich sind diese Reaktionen beunruhigende Zeichen einer immer weiter eskalierenden Hysterisierung.
Ein streitbares Editorial und eine verschwiegene IM-Tätigkeit: Der neue Verleger der "Berliner Zeitung" bringt die Redaktion in Erklärungsnot. Was will Holger Friedrich?
Das soziale Netzwerk verspricht der Bundesregierung mehr Tempo bei Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung. Facebook hofft, damit Gesetzespläne aus Berlin zu bremsen, heißt es in einer internen Mail des Innenministeriums, die wir veröffentlichen.
Diagnose für die AfD-Erfolge? Das Land rückt nach rechts. Nein. Die politischen Einstellungen sind konstant. Erst seit der AfD wird aufgemerkt.
Ungleichheit wird unter vielerlei Aspekten thematisiert, neuerlich insbesondere durch den Bericht der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" vom Sommer 2019.[1] Darin werden Vorschläge zu Voraussetzungen gemacht, die erfüllt sein müssen, damit "Menschen überall in Deutschland gut leben können", so Bundesinnenminister Horst Seehofer. Hervorgehoben werden dabei insbesondere die Themen Strukturschwäche, Infrastruktur, Daseinsvorsorge, Bildung, Kultur, Inklusion, Arbeitsmarktintegration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale und politische Partizipation sowie Generationenunterschiede. Auf die beiden letztgenannten Aspekte sowie auf politische Orientierungen werden wir im Folgenden unseren Blick richten.
Die Abonnentenzahlen der New York Times sind trotz sinkender Werbeeinnahmen auf ein neues Rekordhoch angewachsen.
Obwohl sich der Zusammenhang nicht direkt beweisen lässt, gilt es in der Branche als sicher, dass vor allem einer mit dem Erfolg zu tun hat: Der amerikanische Präsident.
Mit den Morden von Halle hat der Judenhass in Deutschland ein neues Fanal gesetzt. Nun kann man hoffen, dass die Tat Wirkung zeigt, dass sie so etwas wie eine Selbstüberprüfung der gesellschaftlichen Mitte auslöst. Doch bisher deutet wenig darauf hin. Stattdessen machte nach den Verbrechen erneut das sedierende Wort vom Einzeltäter die Runde, suchte der Innenminister nach Gründen für die Taten in der Gamingszene.
Der Roman von Theresa Hannig erzählt von künftigen Menschen, die in einer Art Schlaraffenland leben und mit Computerchips im Kopf durchs Leben gehen. Sie lassen sich ihren Alltag von Software diktieren, erkunden ihre Spiritualität mit Hilfe von Technik und teilen ihre Leben mit Robotern. Was kann da schon schiefgehen?
Es ist das jährliche Hochamt der deutschen Autobauer: Vom 11. bis 15. September stellt die Branche in Frankfurt bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) wieder ihre neuesten Modelle vor. Jahrzehntelang war den erfolgsverwöhnten Unternehmen und dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) dabei der Beifall des Publikums sicher. Doch das ist Geschichte: Die jüngste Zeit ist geprägt von zunehmenden Auseinandersetzungen um die Zukunft der Mobilität. „Die Gegner des Autos versuchen, die gesamte Branche in die Enge zu drängen“, beklagte der damalige VDA-Präsident Matthias Wissmann bereits im November 2017: „Einigen geht es nicht um Software-Manipulation, sondern sie bekämpfen heute den Diesel, morgen den Benziner und übermorgen die Elektromobilität. Wir müssen also individuelle Mobilität sichern – dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein.“
Diesmal sind die Kläger noch gescheitert, doch das war erst der Anfang: Die Einhaltung der Klimaziele wird ein Fall für die Gerichte.
An Allerheiligen vor 20 Jahren erschoss ein 16-Jähriger in Bad Reichenhall vier Menschen und dann sich selbst. Der Täter interessierte sich für die Neonazi-Szene - durchleuchtet wurde er trotzdem nicht.
Eine Frau gab in ihren letzten Lebensmonaten hohe Summen für Luxusgüter aus, die Stadtsparkasse Augsburg gewährte die benötigten Kredite. Vor Gericht wird nun verhandelt, ob die Bank sorglos vorging.
Die Verstorbene vererbte ihre Schulden an ihren Neffen, dessen Vater verklagt nun die Bank.
Die Frau hatte eine Vergangenheit mit psychischen Problemen. Zeitweise befand sie sich in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses.Auf der einen Seite steht das Recht darauf, vergessen zu werden. Auf der anderen steht das Interesse an einem Zugang zu Informationen. Eine gedächtnispolitische Einordnung der jüngsten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts.
Ellen Euler ist Professorin für Open Access und Open Data an der FH Potsdam. Zuvor war sie in der Geschäftsführung der Deutschen Digitalen Bibliothek tätig. In einem vom Brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur geförderten Projekt hat Ellen Euler die Open-Access-Strategie des Landes Brandenburg federführend erarbeitet.
Don Alphonso twittert über Linke, die dann von seinen rechtsextremen Followern bedroht werden. Sein Arbeitgeber Springer verteidigt ihn.
Vor 20 Jahren gab es den ersten Beitrag auf einer Indymedia-Website. Daraus entstand ein gigantisches Internet-Demokratie-Projekt, das mit denselben Schwierigkeiten kämpfte, die das Netz bis heute beschäftigen.
TikTok ist aktuell die angesagteste App der Welt. Vielleicht auch die traurigste? Ein Selbstversuch
Sacha Baron Cohen is the well-deserved recipient of ADL’s International Leadership Award, which goes to exceptional individuals who combine professional success with a profound personal commitment to community involvement and to crossing borders and barriers with a message of diversity and equal opportunity.
Die Idee eines obligatorischen allgemeinen sozialen Jahres, die Annegret Kramp-Karrenbauer ins Sommerloch geworfen hat, hat einen Nerv getroffen. Dabei ist eigentlich nichts an ihr neu: Schon 1974 schlug der linkskonservative Publizist Sebastian Haffner einen verpflichtenden Dienst an der Allgemeinheit vor, und Heiko Maas brachte, als 2010 die Wehrpflicht abgeschafft wurde, ein verbindliches Bürgerjahr ins Spiel. Kurzum: In Diskussionen über den schwindenden sozialen Zusammenhalt taucht die Idee regelmäßig auf – und verschwindet leider umgehend wieder.
Die Krankenakten zehntausender Patienten einer Celler Arztpraxis waren für jeden übers Internet abrufbar. Als wir dem Fall nachgingen, stießen wir auf eine Schwachstelle in Routern der Telekom.
In einem Rundumschlag warnt die Menschenrechtsorganisation vor den Folgen des Überwachungskapitalismus. Die beteiligten Unternehmen müssten ihr Geschäftsmodell ändern, der Staat wiederum müsse die Unternehmen in einem ersten Schritt besser regulieren, um die Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden.
Lieber Don Alphonso (Kunstfigur) – lieber Rainer (Realfigur),
meistens wird auf Twitter viel darüber gesprochen, was uns alle trennt. Daher möchten wir heute besonders über eine Sache reden, die uns verbindet: Der Wunsch danach, dass man sich frei von Repressionen (auf Twitter) äußern kann.
Während die Zeitungsverleger kuriose Kampagnen erfinden, um ihre Geschäfte zu retten, zeigt Tilo Jung, wie Journalismus auch gehen kann. Und rät den Alten der Branche, doch mal in den Spiegel zu schauen.
Bisher hatte Google stets behauptet, die Algorithmen seiner Suchmaschine seien objektiv und unbefleckt von menschlichen Interventionen. Jetzt zeigen Recherchen des Wall Street Journal: Der Konzern greift sehr wohl in die Suchergebnisse ein. Er gesteht nur nicht ein, mit welchen Mitteln.
Deutschland könnte im Zukunftsmarkt Windkraft ein Superstar werden. Leider scheitert das an Bürokratie, Naturschützern - und an Leuten, die erwarten, von den Zumutungen der Moderne verschont zu werden.
Wenn man etwas über die Rolle der Klimawissenschaften in der Klimadebatte sagen will, sind zunächst einige begriffliche Klärungen vorzunehmen. Es sollen drei Dimensionen der Wissenschaft unterschieden werden: erstens Wissenschaft als Corpus des gesammelten Fachwissens, zweitens Wissenschaft als Kollektivunternehmen, verkörpert durch Institutionen und Organisationen, sowie drittens Wissenschaft als durch Wissenschaftler verkörperte Lehrmeinung.
Schmutziger noch als Verbrennungsmotoren und Kohleenergie sind die Hetzkampagnen, die gegen E-Autos und das ohnehin schon viel zu lasche Klimapaket geführt werden. Verwunderlich ist das nicht, schließlich zeichnet sich die Bundesregierung in der Energiewende wieder mal durch Unentschlossenheit aus.
In Finnland ist die Zahl der Obdachlosen stark zurückgegangen. Der Grund: Das Land wendet das „Housing First“-Konzept an. Betroffene bekommen – ohne Voraussetzung – eine kleine Wohnung und Beratung. 4 von 5 Betroffenen schaffen so den Weg in ein stabiles Leben. Und: Das ist für den Staat billiger als die Obdachlosigkeit.
Rezo hat demonstriert, was in der Umweltpolitik der Regierungsparteien schiefläuft. Millionen Menschen sahen seinen gut recherchierten und unterhaltsamen Beitrag über die Klimakrise. Dafür gewinnt er den UmweltMedienpreis. Die Laudatio.
„Er ist kein Politiker und auch kein Richter, sondern einfach nur ein Typ, der Mark Zuckerberg ist“ – wie kann es sein, dass er so viel Macht über unsere Gesellschaft hat, fragt die Netzjournalistin Ingrid Brodnig. Wir sollten uns die Deutungshoheit im Netz zurückerobern!
In den vergangenen Jahren haben vor allem große Internetkonzerne wie Facebook, Google und Co. bestimmt, wie die Digitalisierung abläuft. Wir sollten uns die Deutungshoheit in der Debatte zurückerobern. Und uns nicht entmutigen lassen. Klar ist: Jede technische Revolution führt erst einmal zu Unsicherheit. Es bedarf einer gesellschaftlichen Diskussion: Es kann nicht sein, dass die Verantwortung an den Einzelnen abgegeben wird, wir brauchen eine bessere Gesetzgebung. Die Digitalisierung hat das Potenzial zur Utopie und zur Dystopie – wir müssen für ersteres kämpfen, so Brodnig.
In Vermisstenbüchern vermerkten Polizisten bis 1988 verschwundene Personen und unbekannte Tote. 59 solcher Kladden hat das LKA nun an die Archive übergeben.
Die Berliner Datenschutzbehörde verhängt ein Bußgeld in Höhe von 14,5 Millionen Euro gegen die Deutsche Wohnen. Der laxe Umgang mit den Daten von Mieter:innen dürfte Wasser auf die Mühlen der Initiativen sein, die eine Enteignung des Immobilienkonzerns fordern.
Für die politischen Ereignisse, die im Herbst 1989 ihren Anfang nahmen und nach einem turbulenten Jahr am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik das Ende der DDR besiegelten, haben sich in der kollektiven Wahrnehmung zwei konkurrierende Bezeichnungen und ein weltweit anerkanntes Ereignis von symbolischer Wirkung festgesetzt. „Wende“ und „Friedliche Revolution“ sind die beiden Sammelbezeichnungen, und das symbolische Ereignis ist der „Fall der Mauer“ am 9. November 1989. Alle drei Begriffe haben in den drei Jahrzehnten seither neben ihrem faktischen Inhalt einen propagandistischen Beigeschmack bekommen.
Wie kann man Demenzkranken ein würdevolles Leben ermöglichen, sie nicht einschränken und trotzdem ihre Sicherheit gewährleisten?
In der 2000-Einwohner-Ortschaft Hergensweiler bei Lindau soll für 30 Millionen Euro das Dorf "Hergensweiler Heimelig" entstehen.
Das Problem: Es gibt Kritik an dem Konzept, kaum Fördermöglichkeiten und jetzt soll es in Hergensweiler erst einmal ein Bürgerbegehren geben, ob das Dorf überhaupt entstehen darf.Schaut man sich den viereinhalbminütigen Zusammenschnitt der ZDF-Produktion „In Wahrheit“ an, den Boris Rosenkranz produziert hat, mag man nicht an einen Krimi denken, sondern an einen Werbefilm mit Krimi-Anteilen. Konkret geht es um den Automobilhersteller BMW, der die Serie mittels „Produktionshilfe“ unterstützt hat. Im Gegenzug wird das Fahrzeug in zahlreichen Szenen recht aufdringlich und offensichtlich wie in einem Werbeclip präsentiert. Rosenkranz hat sich beim ZDF beschwert und eine Antwort erhalten, die zwischen Uneinsichtigkeit, Trotz und Patzigkeit changiert.