Monatlich Shaarli
September, 2025
Die Aussichten sind trübe, aber die Messe ist noch nicht gesungen: Laut einer aktuellen Umfrage können sich 39 Prozent der Sachsen-Anhaltiner vorstellen, bei den kommenden Landtagswahlen im September 2026 die AfD zu wählen. Die CDU käme nur noch auf 27 Prozent.
Ein neues soziologisches Werk denkt über die politische Polarisierung nach. Und kommt zum Fazit: Die liberale Demokratie braucht mehr, nicht weniger Fundamentalkritik.
Nichts hat den Präsidenten so zum Zittern gebracht wie das Gespenst seines alten Freundes. Nicht zu Unrecht. Es ist der Geist der Zukunft Amerikas. Teil 1 von 2.
P lötzlich hing da dieses Plakat unweit des Görlitzer Parks in Berlin. Ein in sich zusammengesunkener Mann vor der Mondlandschaft einer zerstörten Stadt in Gaza, daneben stand: „Staatsräson“, und darunter: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Palästinenser.“ Zu der Zeit, Mitte des Jahres 2024, galt es für viele Menschen noch als undenkbar, auch nur zu fragen, ob im Gazastreifen womöglich Kriegsverbrechen geschehen.
Mit Hilfe von Einschüchterung, Zensur, Tech-Bros und neuen Medienmogulen gewinnt US-Präsident Trump immer mehr Einfluss auf Medien und soziale Netzwerke. Geradezu bilderbuchmäßig kommen dabei Werkzeuge für einen autoritären Umbau zum Einsatz. Ähnliche Muster sind auch schon bei uns zu erkennen. Ein Kommentar.
Der Politikanalyst Giuliano da Empoli hat ein beklemmendes Buch über Trump und die drohende Finsternis geschrieben. Im Interview verrät er, warum er die Schweiz als letzte Zuflucht sieht – und wie er versucht, seine Tochter vorzubereiten.
In seinem Buch „Allein mit dem Handy“ beschreibt Digitaltrainer Daniel Wolff lebhaft, was Kinder ihm beigebracht haben – über ihre Erlebnisse im Netz und ihre Angst vor den Eltern. Das Buch hebt die Debatte um Jugendmedienschutz auf ein neues Level. Eine netzpolitische Rezension.
Heute stehen also nun also kleine Pains au Chocolat auf dem Programm.
Dafür braucht es nicht viel.
München 1900:
Der Nürnberger Großbrauer und Gastronom Curt Prank (Mišel Matičević) plant, fünf aneinander liegende Budenplätze auf dem Oktoberfest zu übernehmen. Was er nicht mit Geld kaufen kann, wird mit Erpressung und Bestechung beschafft. Denn er hat ein größenwahnsinniges Ziel: eine Bierburg für 6.000 Gäste auf dem Oktoberfest zu errichten. Sein vermessener Plan drängt die kleinen Münchner Traditionsbrauereien, wie das Deibel Bräu der Familie Hoflinger (Francis Fulton-Smith, Martina Gedeck, Klaus Steinbacher, Markus Krojer), an den Rand der Existenz. Doch die unerwartete Liebe zwischen Curt Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) und dem Hoflinger Sohn Roman (Klaus Steinbacher) bringt seine Machenschaften in Gefahr. Es beginnt ein brutaler Überlebenskampf, an dessen Ende alle Seiten schmerzhafte Opfer bringen müssen.
München 1905:
Curt Pranks (Mišel Matičević) ehrgeizige Ziele, die Errichtung einer gigantischen Bierburg auf dem Oktoberfest im Jahr 1900 und die Fusion mit Deibel Bräu der Familie Hoflinger, sind gelungen. Somit sind auch Pranks Tochter Clara (Mercedes Müller) und Roman Hoflinger (Klaus Steinbacher) nach vier erfolgreichen Jahren in der Riege der Münchner Großbrauer etabliert. Claras Freundin Colina Kandl (Brigitte Hobmeier) verbüßt derweil eine Haftstrafe nach ihrem gemeinschaftlich begangenen Mord.
Trotz aller Schicksalsschläge findet Colina nach ihrer Entlassung zurück in ein neues, selbstbestimmtes Leben als Sängerin im Wirtshaus "Deutsche Eiche". Dort lernt sie die Wirtin Nappi (Lisa Maria Potthoff) und die Liebe kennen. Während Maria Hoflinger (Martina Gedeck) nach wie vor in der Psychiatrie weggeschlossen ist, geht der unerbittliche Konkurrenzkampf zwischen ihrem Sohn Roman und seinem Schwiegervater Prank weiter: Der Hass in der Familie eskaliert. So drohen sie, nicht nur ihre Bierburg auf der Wiesn an den undurchschaubaren Konkurrenten Adam Mertz (Rainer Bock) zu verlieren, auch die Ehe und die Liebe zwischen Roman und Clara stehen auf dem Spiel.
Beim politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos geht es wieder mal ums Essen. Warum einem das ideologische Geschrei zu Speis und Trank auch auf die Nerven gehen kann.
Wir sind voller Schadstoffe und Gewürm. Das sagen Model-Mama Heidi Klum und „Langlebigkeits-Influencer“ Bryan Johnson. Dabei tragen die Promis selbst zur allgemeinen Vergiftung bei.
Das Forschungsschiff »Polarstern« war zwei Monate lang im Eis der Arktis unterwegs. Was die Wissenschaftler gefunden haben, könnte auf eine ökologische Katastrophe hinweisen.
Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen wurden während der Coronapandemie von der Politik weitgehend übergangen. Aus kinderethischer Perspektive war dies kein Zufall: Die Angelegenheiten der Jugend werden auch sonst nur unzureichend beachtet.
KI und Maschinenlern-Verfahren werden in der Forschung immer wichtiger. Im Interview erklärt der Chemiker Maarten Dobbelaere, welche Rolle ChatGPT und andere KI-Anwendungen spielen – und warum die besten Techniken schon 40 oder gar 60 Jahre alt sind.
Die Geschichte von Kindern und Monstern endet unfair – denn Pfusch und Routine schlagen sich auf die Seite der Oberschicht. Und damit auch zu Donald Trump. Teil 2 von 2.
Es ist eine Zeit der tödlichen Superlative: Mit mehr als achthundert Sprengstoffdrohnen und einem Dutzend Raketen hat die russische Armee am ersten Septemberwochenende diverse Städte in der Ukraine attackiert – es war der größte Angriff seit Kriegsbeginn. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Einmal mehr war die ukrainische Hauptstadt Kyjiw eines der Hauptziele, erstmalig jedoch geriet dabei auch ein Regierungsgebäude in Brand. Offenbar hatte ein Iskender-Marschflugkörper im Sitz des Ministerkabinetts eingeschlagen, dessen Sprengladung allerdings nicht explodierte. Bis der nächste, vermutlich noch größere Angriff kommt, ist es nur eine Frage der Zeit. Denn die Drohnenproduktion ist mittlerweile so günstig, dass Russland alle paar Tage einen ganzen Schwarm losschicken kann.
Die Band „Kaffkiez“ aus Rosenheim erreicht fast eine Million Hörer auf Spotify. Ein Gespräch darüber, wie es ist, aus einer behüteten Kindheit hinaus in die Welt zu ziehen, was einen Sommer in Bayern so besonders macht – und warum sie trotzdem nicht stolz auf ihre Heimat sind.
Propaganda diente stets der Erlangung, Ausweitung und Sicherung politischer und militärischer Macht – lange vor der Schrift. Seither wird ihre Technik weltweit stetig verfeinert, weiterentwickelt und als Machtinstrument eingesetzt.
Das Erbe der Netz- und der Open Source-Bewegung bedarf einer genauen Durchsicht, meint Jürgen Geuter, im Netz auch als tante bekannt. Es ist mit cyberlibertärem Gedankengut durchsetzt, das teilweise mit demokratischen Werten nicht vereinbar ist. Die Netzbewegung und die Open Source-Welt sollten dieses Erbe ablehnen, um davon befreit debattieren zu können, wie unsere demokratischen Werte in der digitalen Welt umgesetzt werden können. Bei diesem Interview handelt es sich um Teil 2 unserer Reihe zu Open Source-Software.
Inzwischen kann kaum jemand mehr den Bildern des Grauens in Gaza entgehen. Spät haben sie politische Reaktionen in Europa ausgelöst, doch diese bleiben ohne sichtbare Wirkung auf den Krieg. Es ist ein verstörender Zustand. Verstörend auch, weil die Angst vieler Juden seit dem 7. Oktober genauso begründet ist wie der Schock darüber, dass das Morden und die Unmenschlichkeit in Gaza hingenommen werden.
Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.
Im Notfall bekommt man eine Warnung aufs Handy. Doch was dann? Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung weiß, was zu tun ist. Das zu ändern ist die eigentliche Aufgabe, kommentiert Lars Fischer.
Der Kabarettist Maxi Schafroth sollte Politiker kritisieren und wurde entlassen, weil er genau das tat. Denn in Deutschland ist man sich einig: Unterhaltung soll die Gesellschaft heilen und Menschen erziehen. Schöner wäre: Comedy, die das Unbehagen nicht wegtherapiert, sondern erhält.
Plötzlich wird überall behauptet, der Rechtspopulismus sei verursacht worden von einer linken, «woken» Identitätspolitik. Echt jetzt?
Während die Klimakrise an Dramatik zunimmt, erhebt sich ein totgeglaubtes Konzept für den Klimaschutz aus der Mottenkiste: die massenhafte Abscheidung und Speicherung von CO2, auf Englisch „Carbon Capture and Storage“ (kurz CCS). Das Konzept erfreut sich anhaltender Beliebtheit insbesondere in der Öl- und Gasindustrie. Sie propagiert es, um den Ausstieg aus fossilen Rohstoffen wie Kohle, Öl und Gas in eine unbestimmte Zukunft zu verschieben. Auf der vergangenen Weltklimakonferenz in Dubai, die von einem Vertreter dieser Industrie geleitet wurde, hat intensives Lobbying für diese Idee dem dringend notwendigen weltweiten Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe das Wörtchen „unabated“ vorangestellt, zu Deutsch: „unvermindert“. Das heißt: Nur wenn die Emissionen einer Anlage „unvermindert“ bleiben, soll sie als klimaschädlich gelten. „Abated“, also mit Abscheidung von CO2, soll sie dagegen weiterlaufen dürfen.
Vor Norwegens Küste wird jetzt CO2 unter dem Meer gespeichert. Das Lieblingsprojekt der fossilen Industrie zieht manchmal als Ausrede. Und ist gleichzeitig bitter nötig.
Waren die Menschen früher gesünder? Was wie harmlose Gesundheitsnostalgie klingt, könnte unrühmlichen ideologischen Vorstellungen von »Degeneration« Vorschub leisten, warnt unser Philosophie-Kolumnist.
Um jedes Windrad wird gestritten? Muss nicht sein. Wie es wirklich um erneuerbare Energien im Freistaat steht – und wo es mal gut geklappt hat. Ein Report aus Daten und kleinen Erfolgsgeschichten.
Dieses Bild wird im Gedächtnis bleiben: US-Soldaten knien auf der Landebahn der Militärbasis in Anchorage und rollen den roten Teppich vor dem Flugzeug des russischen Machthabers Wladimir Putin aus. Überboten wurde der symbolische Kniefall vom 15. August nur von Donald Trumps Begrüßungsapplaus für den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Kriegsverbrecher aus dem Kreml.
Im schönen Jütland holzt die dänische Naturbehörde im großen Stil gesunde Bäume ab. Das könne doch kein Naturschutz sein, finden Anwohner. Besuch bei einem Wald, der mit der Kettensäge renaturiert wird.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für Reservesoldaten ein Anreizsystem geschaffen, das die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Gesellschaft auflöst. Der Soziologe Assaf Bondy und der Historiker Adam Raz werfen einen Blick auf die wirtschaftlichen Hintergründe der Einberufung der israelischen Reservist:innen und die damit einhergehende soziopolitische Einbindung der gesamten Gesellschaft.
Der US-Präsident wolle "Clowns und Comedians beruflich vernichten", sagt der deutsche Medienwissenschafter Bernhard Pörksen über Trumps beispiellosen Feldzug gegen Meinungsfreiheit
In diesem Zukunftsszenario geht es um eine Welt, in der die meisten Länder im Chaos versunken sind. Doch die Superreichen haben vorgesorgt. Sie leben in abgeschirmten Luxusanlagen. Ein Vertreter des Internationalen Gerichtshofs lässt aber nicht locker und will Gerechtigkeit
Drei Rosenheimer Gymnasien veranstalten gemeinsam einen politischen Abend, um ein Zeichen zu setzen, gegen Putins Politik und den Ukraine-Krieg. Ein Gespräch mit dem 17-jährigen Organisator Raphael Unterreiner darüber, warum junge Menschen mehr gehört werden sollten.
Emotionen und politische Überzeugungen prägen, wie Desinformation wahrgenommen wird. Digitale Plattformen verstärken diese Dynamiken. Umstritten bleibt, wie groß der Schaden ist – und was dagegen hilft.
Drohnen werden im Ukrainekrieg immer wichtiger. Fast täglich attackieren ganze Schwärme russischer Kampfdrohnen ukrainisches Territorium und überfordern damit nicht selten die Luftabwehr des angegriffenen Landes. Expert:innen rechnen damit, dass Russland schon bald tausende Drohnen pro Nacht einsetzen könnte, denn Wladimir Putin lässt die Produktionskapazitäten seines Landes massiv ausbauen. Dabei suchen russische Firmen händeringend nach Arbeitskräften, auch im Ausland. In Werbevideos sprechen sie gezielt junge Frauen in Afrika und Lateinamerika an.
Die Normalisierung der AfD schreitet voran, ein Happy End ist längst nicht mehr sicher. Das schlägt sich auch in Gesprächen im Freundeskreis nieder.
Naturschutz vor der eigenen Haustür - dafür muss man kein Profi sein. Wer sich als Bachpate engagieren oder Sträucher und Bäume in die Landschaft pflanzen will, muss ein paar Dinge wissen und kann dann viel erreichen.
https://www.yr.no/en/forecast/daily-table/2-2870917/Germany/Bavaria/Swabia/Mittagberg
https://www.yr.no/en/forecast/daily-table/2-2903206/Germany/Bavaria/Swabia/Hochgrat
https://kachelmannwetter.com/de/vorhersage/2903206-hochgrat/kompakt1x1
https://kachelmannwetter.com/de/vorhersage/2870917-mittagberg/kompakt1x1
https://www.mittagbahn.de/
https://hochgrat.de/
https://www.komoot.com/de-de/tour/2572884036/
https://trails.tchncs.de/map/trail/@arappathor/9hte0v5jcs3vkyk
Der Klang der Zukunft ist ein leises, elektrisches Dröhnen, das in den Knochen vibriert. Hier im Rechenzentrum herrscht niemals Stille. Es ist erfüllt von einem monotonen Chor mechanischer Flüstertöne. Das Surren tausender Ventilatoren, das rhythmische Klicken sich drehender Festplatten, das leise Zischen von Druckluft. Und über allem das konstante, tiefe Brummen des Kühlsystems, der gigantischen Industrielüfter, die in der Ferne ihren unverzichtbaren Dienst verrichten. Tausende Serverschränke füllen den riesigen Raum, Schulter an Schulter stehen die elektrischen Ungetüme und bilden eine Schlucht aus Stahl und Glas. Nur gelegentlich hallen menschliche Geräusche durch die Reihen. Gedämpfte Gespräche zwischen zwei Technikern. Ein kurzes Quietschen ihrer Stiefel auf dem Boden. Das metallische Klappern eines Schraubenziehers, der gegen ein Festplattengehäuse stößt. Schnell werden diese Zeugnisse menschlicher Präsenz vom endlosen Brummen verschluckt. In diesen Kathedralen des digitalen Zeitalters geben die Maschinen den Ton an. Ihr elektrischer Chor – ein beständiges Gebet. Der Gott, dem sie dienen, heißt Fortschritt.
Aus finanzieller Not beginnt die 25-jährige Ayla, eine hochbegabte Astrophysikstudentin und gläubige Muslima, zu pokern. Fasziniert vom Spiel und beeinflusst von Ex-Profi Vincent riskiert sie alles.
Es war einer der Wahlkampfschlager der Union: Vier Millionen Menschen kassierten angeblich Bürgergeld, obwohl sie arbeiten könnten. Eine sechsstellige Zahl unter ihnen würde hartnäckig jedes Vermittlungsangebot der Jobcenter ablehnen. Mit dieser Geschichte zogen die Unionsparteien durchs Land, und sie hatte alles, was ein Wahlkampfhit braucht: Sie bediente althergebrachte Vorurteile und schuf ein klares Feindbild – das vom faulen, arbeitsscheuen Drückeberger, der es sich auf Kosten der fleißigen und ehrlichen Steuerzahler bequem macht.
Sich ausgeschlossen zu fühlen, ist äußerst schmerzhaft. Unter bestimmten Bedingungen können solche Erfahrungen radikalen Gedanken und Taten den Weg bereiten.