Als die alte Bonner Republik am 23. Mai 1979 ihren 30. Geburtstag beging – am Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes, der allgemein als ihr Gründungstag gilt –, befand sich das Land keineswegs in ruhigem Fahrwasser. Soeben erst hatte es den „Deutschen Herbst“, die mörderische Angriffswelle der RAF überstanden, wie auch die Überlegungen einiger Politiker, als Antwort auf die Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer Terroristen standrechtlich zu erschießen. Und doch war die damalige Bundesrepublik gerade über die harten Auseinandersetzungen der vorangegangenen drei Jahrzehnte – von der Wiederbewaffnungsdebatte der 50er über die „Spiegel“-Affäre und Notstandsdiskussion der 60er bis hin zum Kampf gegen die RAF in den 70er Jahren – zu einer streitbaren Demokratie der mündigen Bürger geworden.
Rupprecht von Bayern wäre wohl König geworden, hätte die Revolution nicht das Ende der Monarchie besiegelt. Er war Feldherr, Staatsmann - und kurz die Hoffnung der Nazigegner.
Mit dem Gefährder-Begriff wird in Deutschland Innenpolitik gemacht. Regelmäßig wird auf die steigende Anzahl der terroristischen "Gefährder" verwiesen, um neue Überwachungsmaßnahmen und härtere Abschieberegelungen zu begründen. Doch wie und nach welchen Kriterien wird entschieden, wer auf die Liste
Wiglaf Droste wurde am 27. Juni 1961 in Herford entbunden, und diese verheißungsvollste Katastrophe im Leben eines Menschen – die Entbindung – sollte sich für ihn noch oft wiederholen. Allein die taz hat ihn dreimal – von ihrer Medienseite, seiner Freitagskolumne und seinem Job als Redakteur – entbunden.
Ich bin leider etwas ratlos.
Seit nun beinahe vier Wochen ist mein seit zehn Jahren täglich aktiver Twitteraccount @noemata mit fast 4000 Followern gesperrt. Die Sperrung kam plötzlich, ohne Vorwarnung, ohne Angabe von Gründen und ohne dass ich die Möglichkeit habe, ihr vernünftig zu widersprechen, aber dafür mit wechselnden Verweisen auf nicht näher erläuterte, abstrakte Regelverstöße, wenn ich mich durch den zugehörigen Formular-Dschungel hangle und um Klärung bitte.
Ich bin schon immer mehr an den Außenseitern interessiert gewesen als an den Angepassten. Im Studium habe ich mich lieber bei den Nerds aufgehalten als bei den gutaussehenden Überfliegern. Und in Umkleidekabinen, wo man die Rangkämpfe männlicher Sportler-Rudel beobachten kann, die sich mittels dreckiger Lache, Dominanzgesten, dummen Witzen und einem ganzen Arsenal non-verbaler Waffen in …
Die „Fridays for Future“-Bewegung verfolgt mit dem Klimaschutz ein äußerst wichtiges Anliegen. Problematisch ist allerdings, dass die Schüler mit dem „Schulstreik“ regelmäßig die Schulpflicht verletzen. Damit spielen sie ungewollt neurechten Protestformen in die Hände, die ebenfalls Regelbrüche...
Es muss nicht immer H&M sein: Das Unternehmen Asket aus Stockholm will den Kleiderkonsum verändern - mit einer einzigen Kollektion, die so zeitlos ist wie nachhaltig.
Viele reden drüber, noch mehr haben keine Ahnung, was sich dahinter verbirgt: Künstliche Intelligenz ist zu einem Buzzword geworden. Dabei sollten Menschen möglichst gut Bescheid wissen über eine Technologie, die in Zukunft über ihre Versicherungen, Finanzen, Krebsdiagnosen und Bildungschancen entsc
„Ich gabe sie aushewählzt, mich zu beerben. Ihnen winken 10 Millionen USDollars.“ Wer steckt eigentlich hinter derartigen Spam-Mails? Ein Hacker hat sich auf die Suche gemacht und wurde fündig.
Deutschlands wichtigste Digitalkonferenz re:publica wird immer facettenreicher – nur mancher Journalist mag sie weiterhin so gar nicht.
Wenn vom 23. bis 26. Mai in den – dann wohl noch immer – 28 Mitgliedsstaaten der EU die Wahlurnen geöffnet sind, stehen die Wählerinnen und Wähler vor einem gewaltigen Dilemma: Einerseits ist es eine eminent wichtige Wahl in einer für Europa entscheidenden Situation, nämlich in einer tiefen Krise seiner demokratischen Kräfte. Manche sprechen daher bereits von einer Schicksalswahl. Andererseits ist die konkrete Lage bei dieser Wahl höchst diffus und völlig unübersichtlich.
Vernetzte Thermometer, Kameras, Lautsprecher: Ums Digitale kümmern sich bei Paaren oft die Männer - ein gefährliches Ungleichgewicht. Bei einer Trennung kann das zum Problem werden.
We know exactly what he thinks about the cast of “Hamilton.” What does he think about neo-Nazis?
Manchmal können Sachverhalte wahr sein, die wie eine Übung in angewandter Phantastik aussehen. Wirkt ein Ereignis allzu unwahrscheinlich, lässt sich dies gezielt nutzen, um das Wirkliche zu verschleiern und zu verunsichern.
Letztes Jahr war ich nach längerer Pause wieder auf den re:publica-Geschmack gekommen, dieses Jahr wollte ich mir die Konferenz rund um Internet, Digitalisierung, Politik und Gesellschaft erneut gönnen. Das war eine gute Idee. Hier ein paar Erkenntnisse aus einigen ausgewählten Vorträgen (nicht in chronologischer Reihenfolge) …
Wer Minderheiten vorwirft, sie würden mit "Identitätspolitik" universale Prinzipien hintertreiben, der sei eingeladen zu einem Gedankenexperiment. Es zeigt, wie brutal unsere Gesellschaft bestimmte Menschen ausschließt.
Seit bald fünf Jahren ist Margrethe Vestager EU-Kommissarin für Wettbewerb und damit offiziell dafür zuständig, sich mit den Kartellbrüdern und Monopolisten aus aller Welt anzulegen...
Magdalena Andersson ist seit 2014 die Finanzministerin Schwedens. Sie sagt: "Die CO₂-Steuer wirkt."
Obwohl die Abgabe nicht gerade beliebt sei, habe man sie mittlerweile auf 111 Euro je Tonne erhöht. Die Effekte geben der Regierung recht.
Interviews - wie das mit Kevin Kühnert - werden in Sozialen Medien häufig diskutiert, ohne dass Menschen sie überhaupt gelesen haben, hat Marina Weisband beobachtet. In ihrer Kolumne warnt sie davor, sich nur auf Grundlage von Überschriften und Teasern eine Meinung zu bilden.