Facebook’s Mark Zuckerberg won’t talk to the Guardian. So we fed everything he says into an algorithm, built a Zuckerbot, and interviewed it
Wenn Menschen Zeuge eines Unfalls werden, passiert es danach erstaunlich oft, dass sie in ihrer Aussage bei der Polizei angeben, sie hätten erst einen Knall gehört und sich dann umgedreht. Trotzdem sind sie fest davon überzeugt, den Unfall beobachtet zu haben. In der Rechtssprache nennt man diese Menschen Knallzeugen. Das Phänomen beobachtet man auch bei Raubüberfällen, wenn geschossen wurde. Menschen glauben, sie könnten ihrer Erinnerung vertrauen, doch in Wirklichkeit war alles ganz anders.
Wer schon mal eine längere Abschlussarbeit schreiben musste, hat das Phänomen wahrscheinlich selbst erlebt: Ganz am Anfang wusste man nichts über das Thema, aber man ging davon aus, dass sich das bald ändern würde. Dann vergingen Tage und Wochen, in denen man sich ausführlich mit der Sache beschäftigte. Aber unglücklicherweise schlossen sich nicht nach und nach alle Wissenslücken, sondern es taten sich immer neue auf. Das ist eine ganz typische Entwicklung. Mit dem Wissen wächst auch die Fähigkeit, das eigene Nichtwissen abzuschätzen. Oder umgekehrt: Wer wenig weiß, hat keine Ahnung, wie wenig er weiß.
Im Jahr 1944 veröffentlichten die österreichischen Psychologen Fritz Heider und Marianne Simmel eine etwas mehr als eine Minute lange Animation, die zwei Dreiecke und einen Punkt zeigen. Die Formen bewegen sich innerhalb und außerhalb eines Rechtecks. Probandinnen und Probanden bekamen die Aufgaben, sich die Szene anzusehen und sie zu beschreiben.
Der Föhn beschert Südbayern starke Temperaturunterschiede und eine grandiose Sicht. Zudem taugt er als Ausrede für Kopfweh und miese Laune.
David Hertl braut 44 verschiedene Sorten Bier in der kleinsten Brauerei Frankens. Angefangen hat alles mit einem Zufall - inzwischen ist er auch in der Sterne-Gastronomie bekannt.
Zwei Bars in einer fremden Stadt. Beide liegen direkt nebeneinander. Die eine ist voll, in der anderen ist so gut wie gar nichts los. Wenn Menschen sich nun für eine der Bars entscheiden müssen, werden die meisten in die vollere gehen, weil sie sich von der Annahme leiten lassen: Die Leute werden schon wissen, warum sie nicht in der anderen sitzen.
Bald hätte der Prozess gegen ihn beginnen sollen, gegen den Mann, dem vorgeworfen wird, über Jahrzehnte minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und an andere vermittelt zu haben. Ein regelrechter Sexhandelsring soll es gewesen sein, den der US-Milliardär Jeffrey Epstein betrieb. Und es ist lange noch nicht klar, wer alles davon wusste oder sogar mitmachte, und wahrscheinlich wird es auch nie ganz aufgeklärt. Epstein selbst kann man jedenfalls nicht mehr fragen. Kurz nachdem er im Sommer 2019 zum zweiten Mal in seinem Leben verhaftet worden war, beging er im Gefängnis Suizid.
Vom Verlust guter Arbeit: Das Elend der Paketboten | Blätter für deutsche und internationale Politik
Arbeit ist einer der wichtigsten Lebensinhalte der Menschen heute, für viele von uns ist sie sogar der allerwichtigste. Und damit erfüllt sie auch eine gesellschaftliche Funktion: Sie stiftet Sinn, sie gibt den Menschen das Gefühl, etwas wert zu sein. Wer Arbeit hat, der hat auch Stolz. Sie ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Gesellschaften, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist, sind politisch deutlich instabiler als jene mit niedriger Arbeitslosigkeit. Wer keine Arbeit hat, beginnt auch schneller an der Politik zu zweifeln, die er dafür verantwortlich macht.
Der Arzt und Naturwissenschaftler Samuel Morton vermaß Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere Tausend Schädel und zog daraus Rückschlüsse auf die Intelligenz von Menschen. Er behauptete, Belege für die Überlegenheit der „weißen Rasse“ gefunden zu haben. 140 Jahre später untersuchte der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould die Ergebnisse und urteilte, sie seien ein „Mischmasch aus Pfusch und Mogelei“.
Die konventionelle Auffassung von amerikanischer Politik besagt: Joe Biden ist ein Moderater, Elizabeth Warren und Bernie Sanders sind Linke, und Donald Trump ist ein Rechter. Doch diese konventionelle...
Marktradikale Thinktanks aus den USA wollen nun auch in Europa das Weltklimaabkommen bekämpfen. Die Trump-Fans waren auf dem Klimagipfel in Madrid, um in Deutschland rechte Influencer und Netzwerke aufzubauen.
Als Anfang des Jahres private Daten von Prominenten auf einer Internetseite auftauchten, war „Bild“-Chef Julian Reichelt sich sehr schnell sicher, wie alles gewesen sein musste.
Überwachung, Unterdrückung, Spaltung: In einem neuen Bericht warnen Forscher:innen des AI Now Institute vor den sozialen Folgen künstlicher Intelligenz. Ihre Empfehlungen appellieren an Firmen wie Regierungen und machen deutlich: Die Technologie rast den Gesetzgeber:innen davon.
Die USA sind derzeit ein Land, das das Schlimmste fürchtet - immer. Über eine Gesellschaft, die Schulkindern das Kämpfen beibringt und das Ausspionieren von Nachbarn begrüßt.
In den USA sind die Sprecher und Sprecherinnen der "Simpsons" echte Stars, die pro Folge mehrere Hunderttausend Dollar bekommen.
Hierzulande hingegen kann keine der Stimmen ihren Lebensunterhalt allein mit den "Simpsons" bestreiten. Ein Selbstversuch im Synchronstudio.
In der Medizin gibt es ein seltenes neurologisches Phänomen, das bekannt ist als das Anton-Syndrom: Die Betroffenen sind blind, sie merken das aber nicht. Sie sind auch nicht der Meinung, dass ihr Sehvermögen eingeschränkt wäre. Wenn man ihnen einen Gegenstand zeigt, beschreiben sie ihn sehr genau und ausführlich, allerdings vollkommen falsch.
Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück und haben für Euch aufgeschrieben, welche Themen und Debatten am wichtigsten waren. Und vor welchen Herausforderungen wir als Redaktion standen und stehen. Dazu gibt es einen kleinen Ausblick auf 2020.
Bürgermeister Bill de Blasio möchte die New Yorker:innen vor Diskriminierung schützen und schafft ein neues Amt, das den Einsatz von automatisierten Entscheidungssystemen in der Stadtverwaltung kontrollieren soll. Damit ist New York Pionier auf diesem Gebiet. Auf dem Weg wurden aber auch viele Fehler gemacht.
Wenn man fragt, was "Le Deuxième Sexe" ("Das andere Geschlecht") uns 70 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch zu sagen hat, kann man diese Frage auf zwei verschiedene Arten verstehen. Man kann erstens damit meinen, wie man die einzelnen Thesen und Beobachtungen von Simone de Beauvoir aus heutiger Sicht bewerten sollte: ob man dies oder jenes heute noch mal genau so schreiben würde oder anders. Das wäre berechtigt. Man kann aber auch – und das scheint mir interessanter – fragen, was man aus dem Werk an sich heute noch lernen kann: nicht nur bezüglich der inhaltlichen Antworten, die Simone de Beauvoir auf bestimmte Fragen gibt, sondern auch bezüglich der Entstehung, der Struktur und Grundidee des Buchs – und auch aus den Reaktionen auf das Buch.