1976 interviewte Alice Schwarzer, prominenteste Vertreterin der zweiten Frauenbewegung in Westdeutschland, Simone de Beauvoir. Zwischen 1972 und 1982 führte die Journalistin mit der Philosophin insgesamt fünf Gespräche. In diesem Gespräch erzählt Beauvoir unter anderem von den Reaktionen auf "Das andere Geschlecht" und ihren Aktivitäten in der Frauenbewegung.
"Ich liebe das Leben so sehr und verabscheue den Gedanken, eines Tages sterben zu müssen. Und außerdem bin ich schrecklich gierig; ich möchte vom Leben alles, ich möchte eine Frau, aber auch ein Mann sein, viele Freunde haben und allein sein, viel arbeiten und gute Bücher schreiben, aber auch reisen und mich vergnügen, egoistisch und nicht egoistisch sein".[1] Diese Zeilen schreibt die damals 39-jährige Simone de Beauvoir im Juli 1947 an ihren amerikanischen Liebhaber Nelson Algren. Aus ihnen spricht Lebenslust, Ehrgeiz und eine gewisse Gier: Gier nach mehr, Gier nach einem selbstbestimmten, freien Leben. Dabei schien ihr Weg eigentlich vorgezeichnet – Geschlecht und Geburtsmilieu sei Dank. Und doch wagte sie es, ging ihren eigenen Weg und starb 1986 als berühmte Schriftstellerin, Philosophin und Feministin.
Mooooment mal, junges Fräulein: Greta Thunberg postet aus dem ICE - und die Deutsche Bahn macht daraus eine Staatsaffäre. Analyse einer Blamage.
Grüne und AfD liegen in der Wählergunst aktuell vor den Liberalen. Im Gespräch erklärt FDP-Chef Christian Lindner, wie die FDP aufholen will und was vor allem die Grünen seiner Ansicht nach falsch machen.
Die Sardinen kommen: Die neue politische Bewegung Italiens füllt bisher vor allem die Hauptplätze und -straßen in Rom, Florenz oder Bologna. Doch ihre Anliegen finden mittlerweile auch in anderen Ländern Anhänger. Was aber wollen „Le Sardine“? Wer steckt dahinter? Wir haben die wichtigsten Fragen für Sie zusammengetragen und beantwortet.
Auf ihrem Parteitag hat die Partei eines ihrer besten Papiere seit dem Godesberger Programm beschlossen, kommentiert Heribert Prantl
Der Landtag diskutiert den Nachtragshaushalt und damit die Abkehr von der Schuldentilgung. Profitieren sollen möglichst viele Gruppen.
Gefährdete Lebensräume und Störungen durch Tourismus: Die stark bedrohten Vogelarten sollen in Bayerns Alpen mehr Schutz bekommen.
Die Wallerfinger Freien Wähler schließen einen 42-Jährigen aus, weil der anderer Meinung ist. Das geht aber nicht, urteilt ein Gericht.
Nach einem Jahr Fridays for Future ist die Luft raus. Einige Ortsgruppen hören auf, wöchentlich zu demonstrieren.
Die Wahlen in Großbritannien enthalten eine Lektion für die Demokraten in Amerika.
Nach 167 Ausgaben ist Schluss mit Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“.
Im Herbst 2020 wechselt er ins ZDF-Hauptprogramm.
RND-Medienexperte Imre Grimm meint: Eine gute Idee – aber etwas fehlt noch.
Wie stehen die Menschen zur neuen SPD-Spitze und ihrem Kurs? Eine Umfrage sorgt für Schlagzeilen - aber wie seriös ist sie? RTL und ntv waren, anders die Sender selbst ursprünglich angaben, nicht die Auftraggeber. Forsa schweigt auf Nachfrage.
TikTok ist die angesagteste Video-App unter Kindern und Jugendlichen. Doch manche Nutzer verleiten ihre Zuschauer in Livestreams zu virtuellen Geldgeschenken - mit fragwürdigen Versprechungen.
"Aktenmäßige Darstellung merkwürdiger Verbrechen" nannte einst der Wirkliche Staatsrat und Präsident des Appellationsgerichts Ansbach, der Strafrechtslehrer Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbach eine von ihm herausgegebene Sammlung von Kriminalfällen. Er meinte mit "merkwürdig" nicht "seltsam", sondern: bemerkenswert. Und als bemerkenswert erschienen ihm die Fälle, weil man daraus etwas lernen konnte: Über die Taten, die Menschen, die sie begehen und erleiden, die Aufklärung und das Recht, das sie als strafwürdige Taten erfassen und "würdigen" will. Seit dem Jahr 1828, als Feuerbach sein Buch veröffentlichte, hat sich die Schlagzahl der Berichte über Straftaten vertausendfacht. Die daraus zu ziehenden Lehren haben sich nicht im selben Maß entwickelt.
Das Unternehmerehepaar Silke und Holger Friedrich, das im September erklärte, die "Berliner Zeitung" zu kaufen, steht seit Wochen in der Kritik.
Ein Grund dafür ist das Bekanntwerden, dass Holger Friedrich als junger Mann kurzzeitig Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi war.
Ein Gutachten zu diesem Thema wurde an diesem Mittwoch von der früheren Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde Marianne Birthler und dem Historiker Sascha-Ilko Kowalczuk veröffentlicht.
Twitter-Gründer Jack Dorsey möchte in Zukunft kein Netzwerk betreiben, sondern bloß einen Algorithmus. Er macht einen radikalen Vorschlag, mit dem das Internet zu seinen Wurzeln zurückkehren soll.
Was eigentlich das digitales Aushängeschild einer Stadt sein sollte, ist ein Wirrwar aus Ratgeberartikeln, Werbung und News. Die Website berlin.de wechselte immer wieder den Betreiber, blieb aber in privatwirtschaftlicher Hand. Doch bald könnte sich das ändern.
Obwohl die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland auf Eis liegt, speichern Telefonanbieter die Daten ihrer Kund:innen teils monatelang und übermitteln sie auch an die Ermittlungsbehörden. Das hat eine Anfrage bei der Bundesnetzagentur aufgedeckt.
Am 10. Dezember kann Peter Handke den Literaturnobelpreis in Empfang nehmen. Episch wurde debattiert, ob diese auch moralisch grundierte Auszeichnung gerechtfertigt sei angesichts seiner prekären Parteinahme für Slobodan Miloševićs «Grossserbien». Ebenso wichtig aber ist die Frage, ob Handke damit nicht seine Poetik verraten hat.