Seit die Schwedische Akademie im Oktober 2019 verkündet hat, Peter Handke den Nobelpreis zu verleihen, reisst Kritik an dieser Entscheidung nicht ab. Verdient Handke den Literaturnobelpreis? Verharmlost er Kriegsverbrechen? Verhöhnt er Kriegsopfer? Nimmt er wahr, was andere nicht sehen oder ist...
Als Volontär habe ich von einem Kollegen den Satz gelernt: „Wir korrigieren nur, wenn einer anruft.“ Ich hatte einen Fehler gemacht und jemanden gefragt, wie ich damit am besten umgehe. Dass man auf einen Fehler reagieren musste, kam selten vor, aber auch dann gab es noch mehrere Möglichkeiten, eine unangenehme Korrektur zu umgehen. Man sagte zum Beispiel: „Wir berichten morgen noch mal, und dann steht’s ja richtig in der Zeitung.“ Natürlich erwähnte man dann am darauffolgenden Tag nicht, dass man zuvor einen Fehler gemacht hatte. Und das tat man auch dann nicht, wenn jemand anrief, der fand, da sei ja nun einiges durcheinander geraten. Dann konnte man sagen: „Wir kommen einfach zu Ihnen und machen die Geschichte noch mal aus Ihrer Perspektive.“
Wer aus einem deutschen Gefängnis jemanden anrufen will, muss nicht nur die hohen Preise eines Monopolisten fürchten. Auch der Staat hört die Gespräche oft mit – ganz legal. Die Folgen können für die Gefangenen verheerend sein.
Klima, Wetter und menschliches Verhalten sind untrennbar miteinander verbunden. Wie sehr diese Verbindung nicht nur unseren Alltag beeinflusst, sondern auch prägend für unsere Zukunft sein kann, wird besonders durch die Zunahme von Wetterextremen deutlich.
Die Meteorologie ist im stetigen Wandel, die Messformen sind komplex und teils inkonsistent. Werden diese Unsicherheiten ignoriert, verfestigen sich schnell Legenden. Man sollte sich daher den Wert der Naturwissenschaften in Erinnerung rufen.
Noch vor kurzem bedeuteten schlechte Organisation und schlechte Manieren den gesellschaftlichen Tod. Heute sind sie der Motor für eine steile politische Karriere.
Facebook’s Mark Zuckerberg won’t talk to the Guardian. So we fed everything he says into an algorithm, built a Zuckerbot, and interviewed it
Wenn Menschen Zeuge eines Unfalls werden, passiert es danach erstaunlich oft, dass sie in ihrer Aussage bei der Polizei angeben, sie hätten erst einen Knall gehört und sich dann umgedreht. Trotzdem sind sie fest davon überzeugt, den Unfall beobachtet zu haben. In der Rechtssprache nennt man diese Menschen Knallzeugen. Das Phänomen beobachtet man auch bei Raubüberfällen, wenn geschossen wurde. Menschen glauben, sie könnten ihrer Erinnerung vertrauen, doch in Wirklichkeit war alles ganz anders.
Wer schon mal eine längere Abschlussarbeit schreiben musste, hat das Phänomen wahrscheinlich selbst erlebt: Ganz am Anfang wusste man nichts über das Thema, aber man ging davon aus, dass sich das bald ändern würde. Dann vergingen Tage und Wochen, in denen man sich ausführlich mit der Sache beschäftigte. Aber unglücklicherweise schlossen sich nicht nach und nach alle Wissenslücken, sondern es taten sich immer neue auf. Das ist eine ganz typische Entwicklung. Mit dem Wissen wächst auch die Fähigkeit, das eigene Nichtwissen abzuschätzen. Oder umgekehrt: Wer wenig weiß, hat keine Ahnung, wie wenig er weiß.
Im Jahr 1944 veröffentlichten die österreichischen Psychologen Fritz Heider und Marianne Simmel eine etwas mehr als eine Minute lange Animation, die zwei Dreiecke und einen Punkt zeigen. Die Formen bewegen sich innerhalb und außerhalb eines Rechtecks. Probandinnen und Probanden bekamen die Aufgaben, sich die Szene anzusehen und sie zu beschreiben.
Der Föhn beschert Südbayern starke Temperaturunterschiede und eine grandiose Sicht. Zudem taugt er als Ausrede für Kopfweh und miese Laune.
David Hertl braut 44 verschiedene Sorten Bier in der kleinsten Brauerei Frankens. Angefangen hat alles mit einem Zufall - inzwischen ist er auch in der Sterne-Gastronomie bekannt.
Die Waise Becky Sharp setzt nach dem Ende ihrer Schulzeit alles daran, sich gut zu verheiraten. Denn der einsame Job als Gouvernante auf verlorenen Landschlössern interessiert Becky herzlich wenig. - Die historische Serie zeigt das Leben und Lieben der höheren britischen Gesellschaft vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege. Regie führten James Strong ("Broadchurch") und Jonathan Entwistle ("The End of the Fucking World"). Alle Folgen der Romanverfilmung sind ab dem 18. Dezember online erhältlich.
Zwei Bars in einer fremden Stadt. Beide liegen direkt nebeneinander. Die eine ist voll, in der anderen ist so gut wie gar nichts los. Wenn Menschen sich nun für eine der Bars entscheiden müssen, werden die meisten in die vollere gehen, weil sie sich von der Annahme leiten lassen: Die Leute werden schon wissen, warum sie nicht in der anderen sitzen.
Bald hätte der Prozess gegen ihn beginnen sollen, gegen den Mann, dem vorgeworfen wird, über Jahrzehnte minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und an andere vermittelt zu haben. Ein regelrechter Sexhandelsring soll es gewesen sein, den der US-Milliardär Jeffrey Epstein betrieb. Und es ist lange noch nicht klar, wer alles davon wusste oder sogar mitmachte, und wahrscheinlich wird es auch nie ganz aufgeklärt. Epstein selbst kann man jedenfalls nicht mehr fragen. Kurz nachdem er im Sommer 2019 zum zweiten Mal in seinem Leben verhaftet worden war, beging er im Gefängnis Suizid.
Vom Verlust guter Arbeit: Das Elend der Paketboten | Blätter für deutsche und internationale Politik
Arbeit ist einer der wichtigsten Lebensinhalte der Menschen heute, für viele von uns ist sie sogar der allerwichtigste. Und damit erfüllt sie auch eine gesellschaftliche Funktion: Sie stiftet Sinn, sie gibt den Menschen das Gefühl, etwas wert zu sein. Wer Arbeit hat, der hat auch Stolz. Sie ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Gesellschaften, in denen die Arbeitslosigkeit hoch ist, sind politisch deutlich instabiler als jene mit niedriger Arbeitslosigkeit. Wer keine Arbeit hat, beginnt auch schneller an der Politik zu zweifeln, die er dafür verantwortlich macht.
Der Arzt und Naturwissenschaftler Samuel Morton vermaß Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere Tausend Schädel und zog daraus Rückschlüsse auf die Intelligenz von Menschen. Er behauptete, Belege für die Überlegenheit der „weißen Rasse“ gefunden zu haben. 140 Jahre später untersuchte der Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould die Ergebnisse und urteilte, sie seien ein „Mischmasch aus Pfusch und Mogelei“.
Die konventionelle Auffassung von amerikanischer Politik besagt: Joe Biden ist ein Moderater, Elizabeth Warren und Bernie Sanders sind Linke, und Donald Trump ist ein Rechter. Doch diese konventionelle...
Marktradikale Thinktanks aus den USA wollen nun auch in Europa das Weltklimaabkommen bekämpfen. Die Trump-Fans waren auf dem Klimagipfel in Madrid, um in Deutschland rechte Influencer und Netzwerke aufzubauen.
Als Anfang des Jahres private Daten von Prominenten auf einer Internetseite auftauchten, war „Bild“-Chef Julian Reichelt sich sehr schnell sicher, wie alles gewesen sein musste.