Timur Vermes hat schon vor Jahren mit seiner Satire "Er ist wieder da" die Anfälligkeit der deutschen Gesellschaft für den Faschismus angeprangert. Jetzt verfasste er einem literarischen Brief, der eine tief düstere Zukunft zeichnet. Er appelliert darin an Friedrich Merz.
Gaby Guzek verbindet gekonnt persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Sucht. Ihr Buch zeigt, wie ein Ausstieg nachhaltig gelingen kann.
Das EU-Lieferkettengesetz könnte ein Meilenstein auf dem Weg zu einer gerechteren und umweltfreundlicheren Weltwirtschaft werden. Doch die FDP droht es in letzter Minute zu Fall zu bringen. Seit der Ankündigung des Gesetzes durch den liberalen Justizkommissar Didier Reynders hatten die EU-Institutionen über drei Jahre intern und miteinander ausgiebig gerungen. Am 14. Dezember 2023 gelang dann der Durchbruch: Kommission, Rat und Parlament einigten sich im Trilog auf die Inhalte der „Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen mit Blick auf die Nachhaltigkeit“. Es ist ein Kompromiss mit zahlreichen Schwächen. Dennoch: Endlich würden große Unternehmen gesetzlich verpflichtet, in ihren Geschäften und Geschäftsbeziehungen weltweit die Menschenrechte und die Umwelt zu achten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu fünf Prozent des Umsatzes sowie Schadensersatzklagen von Betroffenen.
Right now a lot of people are experiencing what we call The Realization, a term coined years ago by tslaQ contributor Tesla Charts to describe what happens when Elon Musk strays into an area of expertise that you know something about…and you suddenly realize he doesn’t know anything about it and is just bullshitting. Naturally, this makes you wonder what else he doesn’t know anything about and if you stick with it, you discover that what he doesn’t know covers a hell of a lot of ground.
Einst trug die Stadt Le Havre den Namen "Hafen der Gnade". Doch heutzutage werden die Docks beherrscht von Drogenhandel und Gewalt. Mittendrin: der Gewerkschafter Pierre, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, diesen Teufelskreis zu durchbrechen – bisher vergeblich. Denn obwohl er ein Kind der Stadt ist und immer versucht hat, für das Gute zu kämpfen, scheint auf seiner Familie seit Jahrzehnten ein Fluch zu liegen. Kann er die Familie und sich selbst retten?
Depressionen nehmen seit Jahren zu. Welche Rolle die Gesellschaft dabei spielt und was das für die Therapie bedeutet, erklärt die Psychotherapeutin Leonie Knebel im Interview.
Nach heftigen Schneestürmen fielen in Norwegens Hauptstadt Hunderte neue E-Busse aus. Die Schadenfreude ist weltweit groß, Kritiker sehen sich bestätigt. Und was sagen die Osloer? Eine Fahrt auf Linie 34.
Demokratische Systeme können jederzeit stürzen, sagt der Historiker Timothy Snyder. Ein Gespräch über Donald Trump und den Aufstieg der AfD.
Aurafotografie, Heiler oder Ferndiagnosen: Manche Krebserkrankte klammern sich an jeden Strohhalm. Deshalb beschäftigt sich die Ärztin Marisa Kurz mit vermeintlich alternativen Heilmethoden, um ihre Patienten besser zu verstehen.
Es ist ein Trommelfeuer der Lügen: Spezialisten des Auswärtigen Amts haben auf der Kurznachrichtenplattform X eine systematische russische Kampagne ausgemacht. In der Bundesregierung wächst die Sorge vor Wahlbeeinflussung.
Spätestens seit der Verabschiedung des CHIPS and Science Act und des Inflation Reduction Act durch die US-Administration unter Joe Biden wird von einer Renaissance der Industriepolitik gesprochen. Welche Ziele verfolgt Industriepolitik? Und was sind ihre Vor- und Nachteile?
Über ein Jahrhundert lang hatten die Lichtgestalten der amerikanischen Mainstreamrechten eine klare Mission und eine klare Vorstellung ihrer Ursprünge. Linke mochten auf utopische Pläne für den Aufbau einer perfekten Gesellschaft fixiert sein, doch Konservative standen für die nüchterne Arbeit bereit, die Freiheit gegen die Tyrannei zu verteidigen. Konservative sahen ihre Wurzeln im Jahr 1790, in den Warnungen Edmund Burkes vor den autoritären Gefahren der Revolution und in seinem Beharren auf einer vertraglichen Verbindung zwischen der ererbten Vergangenheit und der imaginierten Zukunft. Sie zählten den englischen Philosophen Michael Oakeshott und den emigrierten österreichischen Ökonomen Friedrich Hayek zu ihren Vorfahren und betrachteten öffentliche Intellektuelle wie den amerikanischen Autor William F. Buckley Jr. sowie Menschen der Tat wie die britische Premierministerin Margaret Thatcher und den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan als Kämpfer für die gleiche Sache: Individualismus, die Überlegenheit des Marktes, die universelle Sehnsucht nach Freiheit und die Überzeugung, dass Lösungen für soziale Probleme sich von selbst entwickeln würden, wenn sich doch nur die Regierungen raushielten. Barry Goldwater, der Senator von Arizona und Ahnherr der modernen Republikanischen Partei, formulierte es in seinem Buch „Das Gewissen eines Konservativen“ von 1960 so: „Konservative betrachten Politik als die Kunst, die maximale Freiheit für die Einzelnen zu erreichen, die noch mit der Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung vereinbar ist.“
In Deutschland stehen die Züge still, die GDL streikt. Falls Ihnen das übertrieben vorkommt: Fünf Mitarbeiter:innen erklären ihre Gründe.
In diesem Jahr begeht die Bundesrepublik ihren 75. Geburtstag – und lange galt sie vielen als eine Vorzeigedemokratie. Doch mit dem Erstarken der AfD hat dieses Bild erhebliche Risse bekommen. Seit 2017 bildet die rechte Sammlungspartei, in der sich neben vielen enttäuschten Anhängern der „Altparteien“ auch ehemalige Neonazis tummeln, die größte Oppositionsfraktion im Bundestag. In Hessen wurde sie soeben mit 18,4 Prozent zweitstärkste Kraft. Und in Thüringen, Sachsen und Brandenburg, wo in Kürze gewählt wird, ist die AfD in den Umfragen längst stärkste Partei.
Wie die Diskussionen um das Für und Wider von „Brandmauern“ gezeigt haben, löst diese Lage auf Seiten der Konservativen und Liberalen eine Dynamik aus, gemeinsam mit der AfD „bürgerliche Mehrheiten“ zu bilden. Wie also umgehen mit dieser prekären Entwicklung?
Das ordoliberale Regelwerk, zu dessen wichtigsten Instrumenten die Schuldenbremse gehört, zielt darauf, die Wirtschaftspolitik vor der Macht wirtschaftlicher Interessengruppen zu schützen. Doch diese scheinbar entpolitisierte Regierungsrationalität hat paradoxe politische Effekte.
ein neues Jahr liegt vor uns und wir schauen zurück. Nein, nicht zurück aufs vergangene Jahr, sondern in einen Rückspiegel, genauer gesagt in einen »Kopfspiegel«. Olaf Schultz und Samuel Littig reflektieren ihre Erfahrungen mit Brillen- und Helmspiegeln und stellen verschiedene Modelle samt ihren Vor- und Nachteilen vor.
Gestern war ich zu Gast auf einem Panel am Debattentag “KI” des Berliner Ensembles. Auf einem folgenden Panel sah ich diverse Denk- und Redefiguren, die mich sehr genervt haben. Ich habe ein wenig nachgedacht, weshalb eigentlich.
In Luxemburg und Südbelgien bieten die Medien Extremist:innen kein Forum – und konnten einen Rechtsruck damit bislang verhindern. Ganz anders in Deutschland. Plädoyer für ein Umdenken.
Vieles, was gerade von Intellektuellen und Kulturschaffenden zur Weltklage zu hören ist, klingt fast wie Satire. Eine adäquate Analyse vorzunehmen, scheint ihnen derzeit nicht möglich zu sein.
Die Federn der Eiderente zählen zu den wertvollsten Naturressourcen Islands. Wo die Wildvögel sich niederlassen, werden sie deshalb von Landwirt:innen beschützt. Zum Beispiel vor Polarfüchsen, die in der Dämmerung nach Eiern jagen. Und so streiten sich Jäger, Landwirt:innen und Forschende auf Island: Gibt es zu viele Füchse – oder gerade genug?