Zwischen dem 11. Juni und 11. Juli findet die 16. Fußball-Europameisterschaft statt, und der austragende europäische Fußballverband Uefa feiert sein kontinentales Turnier mit einer Menge Pathos als Symbol der Völkerverständigung. Tatsächlich hat sich die Uefa zu ihrem 60jährigen Bestehen etwas ganz Besonderes ausgedacht: Erstmals in der Geschichte des Turniers soll es gleichzeitig in zehn europäischen Städten (und einer asiatischen) stattfinden – in Rom und Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans (Gruppe A), St. Petersburg und Kopenhagen (Gruppe B), Amsterdam und Bukarest (Gruppe C), London und Glasgow (Gruppe D), Sevilla und nochmals St. Petersburg (Gruppe E) sowie München und Budapest (Gruppe F). Überall wird man die Spiele als Fest der Vielfalt und Menschenrechte begehen. Doch das ist nur die eine, die plakativ vordergründige Seite. Denn hinter der Glitzerfassade der multikulturellen Fußballindustrie wirkt der beliebteste Sport der Welt als willkommenes Machtinstrument. Und auch in Europa bietet der Fußball eine fast perfekte Bühne für die Inszenierung von Autokraten, Nationalisten und Separatisten.
5845 Shaares