Für China ist es die schwerste Gesundheitskrise der letzten Jahrzehnte: Seit Wochen wütet das Coronavirus im Land und eine baldige Rückkehr zur Normalität scheint noch immer nicht in Sicht. Mitte Februar kündigte die Pekinger Stadtregierung an, dass sich jeder Neuankömmling aus sämtlichen Provinzen des Landes für 14 Tage in Quarantäne begeben muss. Diese drastische Entscheidung dürfte vor allem politische Gründe haben: Am 4. März hätte der Volkskongress der Kommunistischen Partei stattfinden sollen, das mit Abstand wichtigste politische Ereignis des Jahres. Noch nie wurde es verschoben oder gar abgesagt. Deshalb zogen die Parteikader alle möglichen Register, um diese öffentliche Schmach zu verhindern – auch wenn dies wirtschaftliche Einbußen bedeutet. Dennoch scheinen die Maßnahmen nicht auszureichen, um dem Virus rechtzeitig Einhalt zu gebieten: Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, berät die Partei bereits über die Verschiebung der alljährlichen Tagung. Das aber zeigt, wie ernst die Lage mittlerweile auch für die chinesische Führung geworden ist.
5851 Shaares