Was Menschen vor, sagen wir, 3.000 Jahren so getrieben haben, lässt sich heute bestenfalls grob rekonstruieren: ein Job für Archäologen. Was aber werden sie in 3.000 Jahren machen? Für den Umgang mit dem deutschen Atommüll ist das keine ganz unbedeutende Frage, sie beschäftigt Experten seit Jahren. Wie hält man künftige Generationen davon ab, genau dort tiefe Löcher zu bohren, wo in grauer Vorzeit – genauer: im 21. Jahrhundert – einmal hochradioaktiver Abfall vergraben wurde? CD-Laufwerke wird es dann vermutlich schon lange nicht mehr geben, und einen USB-Stick werden künftige Archäologen vielleicht so rätselnd in Händen halten wie ihre Ahnen eine getöpferte Grabbeigabe. Wenn es ein Problem gibt, das die Herausforderung Endlagersuche verdeutlicht, dann die Übermittlung des genauen Lageplans. Gesucht wird ein Ort, um die Hinterlassenschaft von vielleicht drei Generationen sicher zu deponieren. Doch gefährlich bleibt diese Hinterlassenschaft rund 30.000 Generationen lang, bis zu einer Million Jahre.
5845 Shaares