Am 6. September, in gut sechs Wochen, findet die wohl wichtigste deutsche Wahl dieses Jahres statt, nämlich die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seit Monaten liegt die AfD in allen Umfragen klar vorn, stets um die 40 Prozent, mit kaum mehr einholbarem Abstand vor der Union, deren Werte bei um die 25 Prozent stagnieren.1 Damit besteht für die AfD unter für sie günstigen Vorzeichen sogar die Chance auf eine absolute Mehrheit – und damit auf die Alleinregierung.2 Das Ziel ist klar: Die Partei will in diesem ostdeutschen Bundesland mit seinen zwei Millionen Einwohnern einen Präzedenzfall für ganz Deutschland schaffen. »Wir schreiben gerade Geschichte, und was hier in Sachsen-Anhalt geschieht, ist erst der Anfang«, sagt selbstbewusst ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gegenüber der dänischen Wochenzeitung »Weekendavisen«.3 Die AfD setzt auf die Dominostrategie: Sachsen-Anhalt macht den Anfang, dann folgt Mecklenburg-Vorpommern und am Ende der Bund. So ist der Plan, getreu der Devise: »First we take Magdeburg, then we take Berlin.«
6002 Shaares