Taiwan ist eine Insel, etwa so groß wie Baden-Württemberg. Dazu gehören einige weitere kleine Inselgruppen, insgesamt leben dort 23 Millionen Einwohner. Es sind vor allem zwei Faktoren, die zu einem großen akademischen Interesse an Taiwan geführt haben.[1] Zunächst ist es das Verhältnis zwischen Taiwan und China, dessen "Ein-China-Politik" dazu führt, dass Taiwan nur von wenigen Staaten der Welt als Republik China (R.O.C.) anerkannt wird, obwohl alle Merkmale eines eigenständigen Staates erfüllt sind. Seit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949, der zur Flucht von Jiang Jieshi (Chiang Kai-shek)[2] und der nationalen chinesischen Armee nach Taiwan führte, hat sich Taiwan zu dem "anderen China" entwickelt, wenngleich in den vergangenen Jahrzehnten eine "Taiwanisierung" stattfand, die die Eigenständigkeit Taiwan betont, das sich aus dem chinesischen Kulturkreis immer weiter entfernt. Zwar wurde Taiwan bis Ende der 1980er Jahre ebenso wie China autoritär regiert, doch zeigten sich schon damals große Unterschiede. Taiwan entschied sich für den Kapitalismus, um seine Nachkriegswirtschaft zu entwickeln, während China den Sozialismus einleitete. Im Kalten Krieg verbündete sich Taiwan mit den USA. Nachdem sich die USA und die Vereinten Nationen in den 1970er Jahren entschieden hatten, die Regierung in Beijing und nicht mehr die Regierung in Taibei (Taipei) als alleinige legitime Regierung Chinas anzusehen, veränderte sich Taiwan dramatisch.
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