Der Balanceakt zwischen Werte- und Interessenpolitik ist die wichtigste Leitlinie der deutschen Chinapolitik unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (seit 2005).[1] Er soll einen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und strategischen Interessen auf der einen und politischen Werten wie der liberalen Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und den Menschenrechten auf der anderen Seite schaffen. Dieser Ausgleich stellt sich jedoch bereits im Umgang mit den transatlantischen Partnern regelmäßig als Herausforderung dar, umso schwerer fällt er bei einem Partner wie China, dessen Wertvorstellungen, System und soziale Identität sich so sehr von deutschen und europäischen unterscheidet. Das Pendel zwischen Realismus und Ideologie schwingt in den vergangenen Jahren jedoch immer stärker in Richtung Interessenpolitik, und die Grundlage hierfür ist allen voran der gewaltige chinesische Markt.
5847 Shaares