Als Volontär habe ich von einem Kollegen den Satz gelernt: „Wir korrigieren nur, wenn einer anruft.“ Ich hatte einen Fehler gemacht und jemanden gefragt, wie ich damit am besten umgehe. Dass man auf einen Fehler reagieren musste, kam selten vor, aber auch dann gab es noch mehrere Möglichkeiten, eine unangenehme Korrektur zu umgehen. Man sagte zum Beispiel: „Wir berichten morgen noch mal, und dann steht’s ja richtig in der Zeitung.“ Natürlich erwähnte man dann am darauffolgenden Tag nicht, dass man zuvor einen Fehler gemacht hatte. Und das tat man auch dann nicht, wenn jemand anrief, der fand, da sei ja nun einiges durcheinander geraten. Dann konnte man sagen: „Wir kommen einfach zu Ihnen und machen die Geschichte noch mal aus Ihrer Perspektive.“
5851 Shaares