5851 Shaares
Modernisierungstheoretiker, Technokraten, Manager, aber auch linke Intellektuelle teilten lange ein Geschichtsbild, in dem sich die Nation aus der Geschichte verabschiedet hatte. Im Rahmen der Modernisierungstheorie ging man davon aus, dass sich die Nationen auf dem Weg in eine kosmopolitische „Weltgesellschaft“ früher oder später von selbst auflösen würden. Diese Entwicklung schien vorherbestimmt durch die Kraft der Globalisierung, von der man annahm, dass sie automatisch nationale Grenzen durch neue Kommunikationskanäle und einen grenzenlosen Markt überwinden würde. Erst das Aufkommen neuer rechtspopulistischer Bewegungen verlieh dem Konzept der Nation eine neue Brisanz und Aktualität.