Die Menschen in Argentinien sind wütend – und diese Wut hat das Zeug, den exzentrischen Außenseiter Javier Milei an die Staatsspitze der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas zu katapultieren. Der selbsterklärte Anarchokapitalist, der gegen die „parasitäre politische Kaste“ – und vor allem gegen den regierenden „Kirchnerismus“ unter Präsident Alberto Fernández – wettert, kann sich gute Chancen ausrechnen, als Sieger aus der Präsidentschaftswahl am 22. Oktober hervorzugehen. Bereits die obligatorischen Vorwahlen[1] Mitte August brachten die große Unzufriedenheit und Wut der Argentinier:innen zum Ausdruck: Nur noch etwa 40 Prozent der Wähler:innen stimmten für das Angebot der traditionellen politischen Bündnisse. Die Mehrheit entschied sich für Anti-System-Kandidat:innen, gab einen leeren Stimmzettel ab oder ging trotz Wahlpflicht gar nicht erst zur Abstimmung.
5838 Shaares