Mitte vorigen Jahres gab es einen Skandal um die Fernsehdokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Es sorgte für Aufsehen, dass Arte und der WDR sich weigerten, den 90-minütigen Film auszustrahlen, da er angeblich ihren Ansprüchen nicht entsprach. Am 21. Juni 2017 wurde der Film dann doch gezeigt, allerdings unter Umständen, wie man sie noch nicht erlebt hatte: Während der Ausstrahlung des Films wurden vom WDR Texttafeln mit eigenen Erläuterungen und mit korrigierenden Anmerkungen eingeblendet (vgl. diesen MK-Artikel, diesen MK-Artikel und diese MK-Dokumentation). Der Film wurde an diesem Tag im Ersten Programm der ARD von 22.15 bis 23.45 Uhr gezeigt, bei Arte lief er am selben Tag zeitversetzt um 45 Minuten. Im Ersten gab es direkt im Anschluss an die Dokumentation ab 23.45 Uhr noch eine Ausgabe der Talksendung „Maischberger“ (ARD/WDR), in der unter dem Titel „Israelhetze und Judenhass: Gibt es einen neuen Antisemitismus?“ über den Film, seine Thematik und auch die Umstände seiner Ausstrahlung diskutiert wurde. Im folgenden Artikel blickt Carmen Molitor aus einer Position des zeitlichen Abstands zurück auf den Skandal um die Antisemitismus-Dokumentation. Der Artikel erschien zuerst in der Ausgabe Nr. 1/2018 der zweimonatlich erscheinenden Zeitschrift Journal des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). • MK
5860 Shaares