Es soll ein „Herbst der Reformen“ werden, kündigen Union und SPD lautstark an. Angesichts der ernüchternden Realität einer Finanzierungslücke von 172 Mrd. Euro, die im Bundeshaushalt zwischen den Jahren 2027 und 2029 klafft, ist die bei jeder Gelegenheit beschworene Aufbruchstimmung nur allzu verständlich: Schließlich weckt sie die Hoffnung auf dringend benötigte Reformen, neue Investitionen und eine handlungsfähige Regierung.
Normalerweise kann ich in den Augen von Big Steel Jim gar nichts lesen – vor allem nicht, seit die Firma sie verchromt hat. An diesem Abend drückte jedoch sein stierer Blick ganz eindeutig Mord und Totschlag aus. Sichtlich versuchte er, sich notdürftig zusammenzureißen, aber die Art, wie er die Tür zu meinem Büro aufstieß, sprach Bände. Und als ich den Vorschlaghammer in seiner Faust sah, wusste ich, was es geschlagen hatte.
In Brüssel stehen entscheidende Wochen an. Am 14. Oktober soll der EU-Rat über die umstrittene Chatkontrolle beraten. Für Kritiker ist sie ein Angriff auf die Privatsphäre von Millionen Menschen, für Befürworter ein notwendiges Instrument im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Patrick Breyer, Jurist, Richter und einer der bekanntesten Digitalrechtsaktivisten Europas, erklärt im 1E9-Interview, warum es dabei um nicht weniger geht als um die Zukunft der digitalen Grundrechte.
Deutschland hat zu viele Autos, die vor allem in den Städten die Beweglichkeit einschränken: Auf rund 54 Millionen Menschen mit Führerschein kommen mehr als 72 Mio. Kraftfahrzeuge. Um in den Ballungsräumen die Lebensqualität zu erhöhen und die Resilienz gegenüber Krisen zu verbessern, muss sich die Zahl der Autos verringern. Mit einer geringen Betriebszeit von rund durchschnittlich unter einer Stunde am Tag und einem Besetzungsgrad von knapp über einer Person benötigt dieses Verkehrsmittel rund 80 Prozent der verfügbaren Verkehrsflächen.
Hochschulen verstehen sich selbst als weltoffen, vielfältig und fortschrittsorientiert. Doch wie verteidigen sie die Freiheit von Wissenschaft und Bildung vor autokratischen Eingriffen? Christoph Haker und Lukas Otterspeer mit einem Blick auf die deutschen Universitäten im 20. Jahrhundert.
Eigentlich sollten Unterhaltung und Erotik Menschen verbinden. Stattdessen weisen die Venus und die IFA, Leitmessen ihrer Branchen, einen anderen Weg.
Die Lüge ist zurück. Mit Macht. Als Macht. Wie sie die Demokratie zerstört – und wer sich dagegenstemmt. Eine Reise an die Front.
Als Gouverneur von Kalifornien hat Gavin Newsom Hinrichtungen gestoppt, die Waffengesetze verschärft und sich mit Donald Trump angelegt. Aber kann ein progressiver Politiker aus San Francisco die USA für sich gewinnen?
Diese Geschichte klingt zu verrückt, um wahr zu sein. Und doch ist sie es: Über drei Jahre lang arbeiteten die Berliner Filmstudenten Julius und Moritz an ihrem Animationsfilm "Butty", mit dem sie den Sprung in die große Filmwelt schaffen ...
Am 3. Oktober jährt sich die deutsche Einheit bereits zum 35. Mal. Und doch stellt dieses Jubiläum ein Novum dar: Es ist das erste nach der doppelten Zeitenwende, dem Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine am 24. Februar 2022 und dem Comeback Donald Trumps am 20. Januar 2025, welches die Abkoppelung der USA von Europa einläutete und damit das Ende des Westens, wie wir ihn seit 1945 kannten.
Die Aussichten sind trübe, aber die Messe ist noch nicht gesungen: Laut einer aktuellen Umfrage können sich 39 Prozent der Sachsen-Anhaltiner vorstellen, bei den kommenden Landtagswahlen im September 2026 die AfD zu wählen. Die CDU käme nur noch auf 27 Prozent.
KI und Maschinenlern-Verfahren werden in der Forschung immer wichtiger. Im Interview erklärt der Chemiker Maarten Dobbelaere, welche Rolle ChatGPT und andere KI-Anwendungen spielen – und warum die besten Techniken schon 40 oder gar 60 Jahre alt sind.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für Reservesoldaten ein Anreizsystem geschaffen, das die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Gesellschaft auflöst. Der Soziologe Assaf Bondy und der Historiker Adam Raz werfen einen Blick auf die wirtschaftlichen Hintergründe der Einberufung der israelischen Reservist:innen und die damit einhergehende soziopolitische Einbindung der gesamten Gesellschaft.
Die Geschichte von Kindern und Monstern endet unfair – denn Pfusch und Routine schlagen sich auf die Seite der Oberschicht. Und damit auch zu Donald Trump. Teil 2 von 2.
Ein neues soziologisches Werk denkt über die politische Polarisierung nach. Und kommt zum Fazit: Die liberale Demokratie braucht mehr, nicht weniger Fundamentalkritik.
Es ist eine Zeit der tödlichen Superlative: Mit mehr als achthundert Sprengstoffdrohnen und einem Dutzend Raketen hat die russische Armee am ersten Septemberwochenende diverse Städte in der Ukraine attackiert – es war der größte Angriff seit Kriegsbeginn. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Einmal mehr war die ukrainische Hauptstadt Kyjiw eines der Hauptziele, erstmalig jedoch geriet dabei auch ein Regierungsgebäude in Brand. Offenbar hatte ein Iskender-Marschflugkörper im Sitz des Ministerkabinetts eingeschlagen, dessen Sprengladung allerdings nicht explodierte. Bis der nächste, vermutlich noch größere Angriff kommt, ist es nur eine Frage der Zeit. Denn die Drohnenproduktion ist mittlerweile so günstig, dass Russland alle paar Tage einen ganzen Schwarm losschicken kann.
Nichts hat den Präsidenten so zum Zittern gebracht wie das Gespenst seines alten Freundes. Nicht zu Unrecht. Es ist der Geist der Zukunft Amerikas. Teil 1 von 2.
Der US-Präsident wolle "Clowns und Comedians beruflich vernichten", sagt der deutsche Medienwissenschafter Bernhard Pörksen über Trumps beispiellosen Feldzug gegen Meinungsfreiheit
P lötzlich hing da dieses Plakat unweit des Görlitzer Parks in Berlin. Ein in sich zusammengesunkener Mann vor der Mondlandschaft einer zerstörten Stadt in Gaza, daneben stand: „Staatsräson“, und darunter: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Palästinenser.“ Zu der Zeit, Mitte des Jahres 2024, galt es für viele Menschen noch als undenkbar, auch nur zu fragen, ob im Gazastreifen womöglich Kriegsverbrechen geschehen.
In diesem Zukunftsszenario geht es um eine Welt, in der die meisten Länder im Chaos versunken sind. Doch die Superreichen haben vorgesorgt. Sie leben in abgeschirmten Luxusanlagen. Ein Vertreter des Internationalen Gerichtshofs lässt aber nicht locker und will Gerechtigkeit