Angela Merkel warnte kürzlich vor einem Deutschland, in dem es zugeht wie in den USA unter Donald Trump. Derweil arbeiten Teile der Union selbst an dieser Entwicklung. Das ist so fatal wie widersinnig.
Gruner + Jahr war einst ein bedeutendes Verlagshaus und Europas größter Zeitschriftenverlag. Fast 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzierten über 100 Zeitschriften und Zeitungen, darunter Magazine wie “Stern”, “Geo”, “Brigitte”, “Capital” und “Schöner Wohnen” sowie Tageszeitungen wie “Financial Times Deutschland” und “Berliner Zeitung”. Doch irgendwann setzte der Niedergang ein: “Wird demnächst auch das Frankreich-Geschäft verscherbelt, ist Gruner + Jahr vollständig auf den deutschen Markt zurückgeworfen. Dann droht im Herbst der Todesstoß. Die RTL-Group, der umsatzstarke Fernsehboulevard-Riese, könnte den angeschlagenen Verlag übernehmen, inhaltlich ausschlachten und schließlich liquidieren.” Wolfgang Michal macht sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage, wie es zu diesem beispiellosen Absturz kommen konnte.
Die Medien sind in der Krise, aber ein Greifswalder Magazin ist ein Erfolg: Nischenthemen, keine Bilder, rasantes Wachstum. Jetzt machen sie eine Zeitung.
Warum ist die Mär vom bürgerlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus noch heute so populär? Gedanken anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl.
Der CSU-Abgeordnete Alfred Sauter steht unter Korruptionsverdacht. Grüne und FDP wollen nun wissen, warum seine Tochter im bayerischen Bauministerium so schnell aufsteigen konnte.
Umweltminister Thorsten Glauber will mit viel Geld den Nahverkehr ausbauen, Moore schützen und Windräder bauen - nur der Koalitionspartner CSU weiß davon noch nichts.
Die kriminelle Organisation versucht die Pandemie für sich zu nutzen und setzt etwa Gastronomen massiv unter Druck. Sandro Mattioli kennt die Ziele und Methoden der 'Ndrangheta in Bayern und ist von der Politik enttäuscht.
Life’s too short to ride busy roads
Find the best route on quiet lanes and cycleways
Mit schwimmenden Algenfarmen lässt sich der Klimawandel wohl nicht so verlangsamen wie bisher erhofft. Das legen Analysen des Großen Atlantischen Sargassum-Gürtels nahe.
Umkämpfte Patente: Die globale Impfstoff-Apartheid | Blätter für deutsche und internationale Politik
Als Mitte Mai 2020 die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Coronapandemie erstmals seit ihrer Gründung im Jahr 1948 nur virtuell stattfinden konnte, versprachen die Regierungen der reichen Industriestaaten dem „Rest“ der Welt ihre Solidarität bei der Bekämpfung von Covid-19 und eine globale gerechte Verteilung von Impfstoffen. Auf einem nachfolgenden Gipfeltreffen der EU bekräftigte Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit vielen hehren Worten dieses Versprechen. Schon damals stießen diese Ankündigungen bei manchen Beobachter*innen auf große Skepsis, weil die konkret beschlossenen Maßnahmen zu ihrer Umsetzung höchst unzureichend erschienen.
Herr Laschet,
ich bin kein Freund offener Briefe.
Wenn ich jemandem die Meinung zu sagen habe, schreibe ich ihm persönlich.
Doch wenn ich Ihnen schriebe, käme der Brief überhaupt bei Ihnen an? Und wenn er ankäme, würden Sie ihn auch lesen? Und angenommen, Sie läsen ihn, würden Sie ihn verstehen? Ich bezweifle alles davon und Letzteres am meisten.
Eine Londoner Agentur bietet Influencer:innen auf der ganzen Welt Geld an, damit sie falsche Behauptungen über den Impfstoff von Biontech/Pfizer verbreiten. Mehrere beißen an und veröffentlichen Videos. Recherchen von netzpolitik.org und dem ARD-Magazin Kontraste zeigen: Hinter der Kampagne steckt eine Werbefirma, die vor allem in Russland operiert.
Die brutale Tötung George Floyds, eines 46jährigen schwarzen Mannes, begangen von vier Polizisten der Stadt Minneapolis, hat einen landesweiten Aufstand entfacht. Diese Proteste lösen Erschütterung, Euphorie, Sorgen, Angst und Solidaritätserklärungen aus. Allein ihr Umfang ist erstaunlich. Überall in den Vereinigten Staaten, in großen wie in kleinen Städten, strömten junge Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft auf die Straßen, Menschen, die die Nase voll haben. Es handelt sich um den größten Aufstand seit den Riots in Los Angeles im Jahr 1992. Die Wut und Erbitterung über rassistische und hemmungslose Polizeigewalt, Machtmissbrauch und sogar Mord brechen sich schließlich Bahn, und zwar landesweit.
Die Geschlechterordnung unserer Gesellschaft gerät zunehmend ins Wanken. Das zeigen allein schon die Debatten der letzten Wochen: Mit einem gemeinsamen Coming-Out gehen 185 queere Schauspieler*innen an die Öffentlichkeit. Kurz darauf erklärt das Oberlandesgericht Celle, es halte das deutsche Abstammungsrecht für verfassungswidrig, da es nicht gestattet, die Ehepartnerin einer Mutter als Elternteil anzuerkennen. Unterdessen sorgt die gendersensible Schreibweise erneut für Aufregung. Bei den Auseinandersetzungen um diese Fragen handelt es sich keineswegs nur um ideologische „Identitätspolitik“, wie oftmals abfällig behauptet wird. Vielmehr sind sie der Versuch, die symbolische Ordnung der Geschlechter an die realen gesellschaftlichen und reproduktionstechnologischen Entwicklungen anzupassen. Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage: Ist Geschlecht eine biologische Realität oder konstruiert? Und was bedeutet das für aktuelle politische Debatten?
Wegen seiner brillianten Hackerfähigkeiten lässt sich der Student Jeremy von einem Betrüger-Ring einspannen. Er soll einen Cyberangriff auf eine Bank durchführen und Hunderte Millionen Euro stehlen.
Das Angebot einer mysteriösen Fremden im Zug stürzt einen verschuldeten Ex-Polizisten in ein Dilemma: Geht er darauf ein, ist er alle Sorgen los, doch leider auch seine Selbstachtung.
Wie die politische Nähe zur Wissenschaft die Demokratie verändert.
Was Menschen vor, sagen wir, 3.000 Jahren so getrieben haben, lässt sich heute bestenfalls grob rekonstruieren: ein Job für Archäologen. Was aber werden sie in 3.000 Jahren machen? Für den Umgang mit dem deutschen Atommüll ist das keine ganz unbedeutende Frage, sie beschäftigt Experten seit Jahren. Wie hält man künftige Generationen davon ab, genau dort tiefe Löcher zu bohren, wo in grauer Vorzeit – genauer: im 21. Jahrhundert – einmal hochradioaktiver Abfall vergraben wurde? CD-Laufwerke wird es dann vermutlich schon lange nicht mehr geben, und einen USB-Stick werden künftige Archäologen vielleicht so rätselnd in Händen halten wie ihre Ahnen eine getöpferte Grabbeigabe. Wenn es ein Problem gibt, das die Herausforderung Endlagersuche verdeutlicht, dann die Übermittlung des genauen Lageplans. Gesucht wird ein Ort, um die Hinterlassenschaft von vielleicht drei Generationen sicher zu deponieren. Doch gefährlich bleibt diese Hinterlassenschaft rund 30.000 Generationen lang, bis zu einer Million Jahre.
Finnland ist dabei, als erstes Land der Welt sein Atommüll-Problem zu lösen. Das Endlager für abgebrannte Brennelemente mit der Bezeichnung "Onkalo" soll gegen Mitte der 2020er Jahre den Betrieb aufnehmen. Man rechnet in Finnland also damit, den ewigen Rivalen Schweden hinter sich zu lassen, dessen identisch konzipiertes Endlagerprojekt noch die Zulassung der Regierung benötigt, sowie die nukleare Supermacht Frankreich, die eine Endlagerung ab Anfang der 2030er Jahre plant. Regelmäßig wird das finnische Projekt als vorbildlich bezeichnet. Es gilt als Best-practice-Beispiel für ein demokratisches, konsensorientiertes und partizipatives Verfahren und für eine schlüssige Langzeitplanung. Trotz seiner unbestreitbaren Vorteile hat das finnische Modell, das auf Vertrauen beruht, jedoch auch seine Schwächen.
Faire maschinelle Entscheidungen werden immer dann zum Thema, wenn Ungleichbehandlung ans Tageslicht tritt. Dabei ist gar nicht so klar, was mit Fairness gemeint ist. Dieser Gastbeitrag erklärt, warum Gerechtigkeit nicht einfach als Plugin aktiviert werden kann und wie vielleicht dennoch faire Algorithmen entstehen können.