Was Menschen vor, sagen wir, 3.000 Jahren so getrieben haben, lässt sich heute bestenfalls grob rekonstruieren: ein Job für Archäologen. Was aber werden sie in 3.000 Jahren machen? Für den Umgang mit dem deutschen Atommüll ist das keine ganz unbedeutende Frage, sie beschäftigt Experten seit Jahren. Wie hält man künftige Generationen davon ab, genau dort tiefe Löcher zu bohren, wo in grauer Vorzeit – genauer: im 21. Jahrhundert – einmal hochradioaktiver Abfall vergraben wurde? CD-Laufwerke wird es dann vermutlich schon lange nicht mehr geben, und einen USB-Stick werden künftige Archäologen vielleicht so rätselnd in Händen halten wie ihre Ahnen eine getöpferte Grabbeigabe. Wenn es ein Problem gibt, das die Herausforderung Endlagersuche verdeutlicht, dann die Übermittlung des genauen Lageplans. Gesucht wird ein Ort, um die Hinterlassenschaft von vielleicht drei Generationen sicher zu deponieren. Doch gefährlich bleibt diese Hinterlassenschaft rund 30.000 Generationen lang, bis zu einer Million Jahre.
Finnland ist dabei, als erstes Land der Welt sein Atommüll-Problem zu lösen. Das Endlager für abgebrannte Brennelemente mit der Bezeichnung "Onkalo" soll gegen Mitte der 2020er Jahre den Betrieb aufnehmen. Man rechnet in Finnland also damit, den ewigen Rivalen Schweden hinter sich zu lassen, dessen identisch konzipiertes Endlagerprojekt noch die Zulassung der Regierung benötigt, sowie die nukleare Supermacht Frankreich, die eine Endlagerung ab Anfang der 2030er Jahre plant. Regelmäßig wird das finnische Projekt als vorbildlich bezeichnet. Es gilt als Best-practice-Beispiel für ein demokratisches, konsensorientiertes und partizipatives Verfahren und für eine schlüssige Langzeitplanung. Trotz seiner unbestreitbaren Vorteile hat das finnische Modell, das auf Vertrauen beruht, jedoch auch seine Schwächen.
Faire maschinelle Entscheidungen werden immer dann zum Thema, wenn Ungleichbehandlung ans Tageslicht tritt. Dabei ist gar nicht so klar, was mit Fairness gemeint ist. Dieser Gastbeitrag erklärt, warum Gerechtigkeit nicht einfach als Plugin aktiviert werden kann und wie vielleicht dennoch faire Algorithmen entstehen können.
Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können zu jeder Behauptung eine Begründung verlangen. So entstehen Begründungsketten, bei denen es vor allem am Ende spannend wird. Eine Kolumne.
Lange hat er die Macht gesucht, nun ist er angekommen: Bayerns SPD-Landeschef Florian von Brunn ist nun auch Fraktionsvorsitzender. Wird seine Politik "mit Wumms" die Partei aus dem Tief holen?
Im anstehenden Bundestagswahlkampf wird digitale Werbung wohl so bedeutend wie noch nie. Allerdings gibt es bislang kaum Gesetze, die den Wahlkampf im Netz regeln und vor Manipulation oder Hetze schützen. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis schlägt den Parteien nun einen Verhaltenskodex vor.
Aktivist:innen haben die Geodaten aller Häuser in Deutschland öffentlich gemacht. Nun versucht die bayrische Vermessungsbehörde mit ungewöhnlichen Mitteln, dagegen vorzugehen. Dabei sind Geodaten in einigen Bundesländern längst kostenlos und offen.
Und ich finde das richtig schön und die Idee ist auch ganz wundervoll. Diese perfekt loopenden Gifs aus Filmen sind ja schon sehr lange ein Ding und dennoch immer noch wunderschön anzuschauen, diese aber thematisch in einen Film zu sortieren finde ich aber ziemlich clever, weil die Filme dann ja die Geschichte des Films erzählen. Es ist so meta, ich finde es richtig gut. Davon ab geht Ennio Morricone als Soundtrack (hier „My Fault“ aus „My Name is Nobody“) sowieso immer sehr gut klar.
In Schweden droht ein Tabubruch: Bei der Parlamentswahl im Herbst 2022 planen die bürgerlichen Parteien, einen politischen Wechsel herbeizuführen – indem sie auf die Unterstützung durch die rechten Schwedendemokraten setzen. Schon seit geraumer Zeit kritisieren die liberal-konservative Moderate Sammlungspartei und die konservativen Christdemokraten die Krisenpolitik der rot-grünen Regierung in Stockholm scharf. Auffällig wohlwollende Töne finden sie hingegen gegenüber den Schwedendemokraten. Führt der Sonderweg in der Coronapandemie nun also zu einem politischen Rechtsruck – ausgerechnet in jenem Land, das wie kaum ein anderes durch die Sozialdemokratie geprägt wurde?
Die Initiative der Digitalstaatsministerin zur Förderung der digitalen Mündigkeit ist mit großen Versprechen gestartet. Obwohl fast alle hinter dem Anliegen stehen, sind davon bis heute wenige eingelöst. Eine Spurensuche.
In diesem Jahr wäre der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt 100 Jahre alt geworden. Seine ehemalige Lektorin Anna von Planta erinnert sich im Fachjournalist an die Zusammenarbeit mit ihm und gibt Einblicke in die Arbeit beim Diogenes Verlag. Von Planta erklärt, was gute Lektoren ausmacht und was angehende Schriftsteller von Autor John Irving lernen können. Außerdem verrät sie ihre drei Lieblingsbücher.
Rechte Vereine werden immer wieder als gemeinnützig eingestuft. Zuletzt gelang das dem „Demokratienetzwerk“, das gegen Journalist:innen hetzt.
Australien führe einen Stellvertreterkrieg von globaler Tragweite, verkündete Ende Februar der dortige Finanzminister Josh Frydenberg, die ganze Welt blicke auf seinen Kontinent. Und tatsächlich hatte das Kräfteringen zwischen der liberal-konservativen Regierung in Canberra und den Techkonzernen des Silicon Valley internationale Bedeutung. Denn als erstes Land wollte Australien Google und Facebook per Gesetz dazu zwingen, ihre Werbeeinnahmen mit den traditionellen Medienunternehmen im Lande zu teilen.
Varianten von Sars-CoV-2 treiben in vielen Ländern neue Corona-Wellen an. Woher sie kommen und warum sie so schnell entstehen, zeichnet sich erst langsam ab. Die Antwort darauf könnte jedoch auch verraten, wie viele von ihnen noch kommen.
Der Riss durch die Welt – ETA Hoffmann Theater Bamberg – Sibylle Broll-Pape kehrt mit Roland Schimmelpfennigs jüngstem Stück zum Spielbetrieb zurück
Aber “Er” checkt doch nur Privilegien und stellt Zeitungsartikel gegenüber, um zu zeigen wie schlimm Journalisten sind und wie wenig man der Presse angeblich trauen kann. Die Rede ist vom anonymen Account Argonerd, der im Rahmen dieser Kurzanalyse betrachtet wird.
Bei der Vorhersage von Wahlergebnissen kann man vieles falsch machen und trotzdem richtig liegen. Wie das die Meinungsforschung voranbrachte, erzählen Hemmer und Meßner.
Der deutschen Banken- und Finanzaufsicht glückt ein kaum für möglich gehaltenes Kunststück. Sie hat noch mehr Skandale zu verantworten als der Verfassungsschutz. Statt kriminelle Machenschaften aufzudecken, steht sie bei Raubzügen Schmiere.
Bidenomics: Ein neues Paradigma für eine neue Zeit | Blätter für deutsche und internationale Politik
In der amerikanischen Wirtschaftspolitik gehen enorme Änderungen vonstatten. Der Inhalt und das Ausmaß von Joe Bidens wirtschaftspolitischen Initiativen, die Geschwindigkeit, mit der er sie vorbringt, aber auch die nur sehr gedämpfte ideologische Opposition deuten darauf hin, dass wir es mit einem neuen politischen Paradigma zu tun haben – ganz ähnlich wie bei den Amtsübernahmen von Franklin D. Roosevelt 1933 oder Ronald Reagan 1981. Jeder neue Präsident bringt neue Initiativen mit, aber nur alle paar Jahrzehnte kommt ein Präsident mit einer neuen Philosophie, wie Politik gestaltet werden sollte.
Ab Donnerstag findet im Netz die diesjährliche re:publica statt. Die Internet-Gesellschaftskonferenz hat wieder eine Vielzahl an netzpolitischen Themen und Debatten im Programm. Wir bieten einen kleinen Überblick, Stream-Tickets gibt es noch zu kaufen.