Während die Zeitungsverleger kuriose Kampagnen erfinden, um ihre Geschäfte zu retten, zeigt Tilo Jung, wie Journalismus auch gehen kann. Und rät den Alten der Branche, doch mal in den Spiegel zu schauen.
René Ketterer betreibt seit vielen Jahren das Online-Forum "GEZ Boykott". Hier spricht er über seine Kritik am Rundfunkbeitrag, Boykott in Intervallen, ein "Bruderurteil", die Angst der Sender vor der AfD und warum er sich nicht die Abschaffung sondern eine Verkleinerung der Öffentlich-Rechtlichen wünscht.
Bisher hatte Google stets behauptet, die Algorithmen seiner Suchmaschine seien objektiv und unbefleckt von menschlichen Interventionen. Jetzt zeigen Recherchen des Wall Street Journal: Der Konzern greift sehr wohl in die Suchergebnisse ein. Er gesteht nur nicht ein, mit welchen Mitteln.
Ein streitbares Editorial und eine verschwiegene IM-Tätigkeit: Der neue Verleger der "Berliner Zeitung" bringt die Redaktion in Erklärungsnot. Was will Holger Friedrich?
Die Historikerin Margaret O'Mara hat die Erfolgsformel des Silicon Valley erforscht. Sie erklärt, welche Rolle der Kalte Krieg dabei gespielt hat - und warum das Valley schwer zu kopieren ist.
Deutschland könnte im Zukunftsmarkt Windkraft ein Superstar werden. Leider scheitert das an Bürokratie, Naturschützern - und an Leuten, die erwarten, von den Zumutungen der Moderne verschont zu werden.
Wenn man etwas über die Rolle der Klimawissenschaften in der Klimadebatte sagen will, sind zunächst einige begriffliche Klärungen vorzunehmen. Es sollen drei Dimensionen der Wissenschaft unterschieden werden: erstens Wissenschaft als Corpus des gesammelten Fachwissens, zweitens Wissenschaft als Kollektivunternehmen, verkörpert durch Institutionen und Organisationen, sowie drittens Wissenschaft als durch Wissenschaftler verkörperte Lehrmeinung.
Meine total verrückte Reise um die Welt", war am 12. September 2017 eine ganzseitige Reportage in der "Bild"-Zeitung überschrieben. Darin berichtete der Reporter Michael Quandt, dass er in nur fünf Tagen "vier Kontinente, acht Städte" bereist und dafür 40.200 Flugkilometer zurückgelegt habe – und weil er ausschließlich Billigflieger benutzt hatte, kostete das Ganze lediglich 1.827 Euro. Seine Schilderungen waren gespickt mit Ausflugsberichten – Dromedarreiten in Dubai und Shave-Ice-Essen in Waikiki Beach, selbstverständlich alles belegt durch die obligaten Instagram-Fotos.
Das soziale Netzwerk verspricht der Bundesregierung mehr Tempo bei Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung. Facebook hofft, damit Gesetzespläne aus Berlin zu bremsen, heißt es in einer internen Mail des Innenministeriums, die wir veröffentlichen.
Schmutziger noch als Verbrennungsmotoren und Kohleenergie sind die Hetzkampagnen, die gegen E-Autos und das ohnehin schon viel zu lasche Klimapaket geführt werden. Verwunderlich ist das nicht, schließlich zeichnet sich die Bundesregierung in der Energiewende wieder mal durch Unentschlossenheit aus.
Diagnose für die AfD-Erfolge? Das Land rückt nach rechts. Nein. Die politischen Einstellungen sind konstant. Erst seit der AfD wird aufgemerkt.
Im Fernsehen spricht die Agrarexpertin Christine Schneider über die Proteste der Landwirte und wird daraufhin scharf kritisiert. Der Fall zeigt, wie aufgeheizt die Debatte ist.
In Finnland ist die Zahl der Obdachlosen stark zurückgegangen. Der Grund: Das Land wendet das „Housing First“-Konzept an. Betroffene bekommen – ohne Voraussetzung – eine kleine Wohnung und Beratung. 4 von 5 Betroffenen schaffen so den Weg in ein stabiles Leben. Und: Das ist für den Staat billiger als die Obdachlosigkeit.
Ungleichheit wird unter vielerlei Aspekten thematisiert, neuerlich insbesondere durch den Bericht der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" vom Sommer 2019.[1] Darin werden Vorschläge zu Voraussetzungen gemacht, die erfüllt sein müssen, damit "Menschen überall in Deutschland gut leben können", so Bundesinnenminister Horst Seehofer. Hervorgehoben werden dabei insbesondere die Themen Strukturschwäche, Infrastruktur, Daseinsvorsorge, Bildung, Kultur, Inklusion, Arbeitsmarktintegration, gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale und politische Partizipation sowie Generationenunterschiede. Auf die beiden letztgenannten Aspekte sowie auf politische Orientierungen werden wir im Folgenden unseren Blick richten.
Wer im Sommer 2019 in Berlin der mietenpolitischen Auseinandersetzung folgte, wurde Zeuge einer ideologischen Schlammschlacht: Die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher, hatte als Reaktion auf die gestiegenen Mieten in der Stadt einen Entwurf für ein „Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin“ vorgelegt.
Rezo hat demonstriert, was in der Umweltpolitik der Regierungsparteien schiefläuft. Millionen Menschen sahen seinen gut recherchierten und unterhaltsamen Beitrag über die Klimakrise. Dafür gewinnt er den UmweltMedienpreis. Die Laudatio.
Der Deutsche Juristinnenbund macht Druck auf die Regierung, entschiedener gegen Hass im Netz vorzugehen. Die Forderungen machen klar, wie wenig Behörden Frauenhass bisher auf dem Zettel haben.
Die Abonnentenzahlen der New York Times sind trotz sinkender Werbeeinnahmen auf ein neues Rekordhoch angewachsen.
Obwohl sich der Zusammenhang nicht direkt beweisen lässt, gilt es in der Branche als sicher, dass vor allem einer mit dem Erfolg zu tun hat: Der amerikanische Präsident.
„Er ist kein Politiker und auch kein Richter, sondern einfach nur ein Typ, der Mark Zuckerberg ist“ – wie kann es sein, dass er so viel Macht über unsere Gesellschaft hat, fragt die Netzjournalistin Ingrid Brodnig. Wir sollten uns die Deutungshoheit im Netz zurückerobern!
In den vergangenen Jahren haben vor allem große Internetkonzerne wie Facebook, Google und Co. bestimmt, wie die Digitalisierung abläuft. Wir sollten uns die Deutungshoheit in der Debatte zurückerobern. Und uns nicht entmutigen lassen. Klar ist: Jede technische Revolution führt erst einmal zu Unsicherheit. Es bedarf einer gesellschaftlichen Diskussion: Es kann nicht sein, dass die Verantwortung an den Einzelnen abgegeben wird, wir brauchen eine bessere Gesetzgebung. Die Digitalisierung hat das Potenzial zur Utopie und zur Dystopie – wir müssen für ersteres kämpfen, so Brodnig.
Er zog aus, um Deutschland zu entkommen und die Welt zu entdecken. 30 Jahre später ist Manfred ein Rechtsradikaler. Die Propagandamaschine im Netz und ihre Narrative wirken bis in eine Strandidylle im 10.000 Kilometer entfernten Indonesien hinein. Eine Spurensuche.