Es ist das jährliche Hochamt der deutschen Autobauer: Vom 11. bis 15. September stellt die Branche in Frankfurt bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) wieder ihre neuesten Modelle vor. Jahrzehntelang war den erfolgsverwöhnten Unternehmen und dem Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) dabei der Beifall des Publikums sicher. Doch das ist Geschichte: Die jüngste Zeit ist geprägt von zunehmenden Auseinandersetzungen um die Zukunft der Mobilität. „Die Gegner des Autos versuchen, die gesamte Branche in die Enge zu drängen“, beklagte der damalige VDA-Präsident Matthias Wissmann bereits im November 2017: „Einigen geht es nicht um Software-Manipulation, sondern sie bekämpfen heute den Diesel, morgen den Benziner und übermorgen die Elektromobilität. Wir müssen also individuelle Mobilität sichern – dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein.“
Als Katholik beherrscht Robin Alexander, 44, die übernatürliche Fähigkeit der Bilokation. Offenbar ist er in der Lage, zur gleichen Zeit mit Angela Merkel im Flugzeug nach New York und in einer Talkshow mit Markus Lanz zu sitzen – wo der Autor des Bestellers „Die Getriebenen“ und „stellvertretende Chefredakteur, Schrägstrich Politik“ der „Welt“ die Welt der Berliner Republik erklärt.
Treffen kann man Robin Alexander daher bestenfalls unterwegs, in unserem Fall in der Bar des „Sheraton“ am Frankfurter Flughafen. Er kommt aus Berlin und will später weiter, zu einem Termin im Taunus. Wen er dort treffen wird, will er nicht verraten. Der Journalist schützt seine Quellen. Dafür redet er im Gespräch umso offener über seinen Alltag, sein Selbstverständnis und die Konkurrenz unter Wölfen.
(Wir duzen uns, seit wir beide bei der „taz“ waren.)
Für die politischen Ereignisse, die im Herbst 1989 ihren Anfang nahmen und nach einem turbulenten Jahr am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt zur Bundesrepublik das Ende der DDR besiegelten, haben sich in der kollektiven Wahrnehmung zwei konkurrierende Bezeichnungen und ein weltweit anerkanntes Ereignis von symbolischer Wirkung festgesetzt. „Wende“ und „Friedliche Revolution“ sind die beiden Sammelbezeichnungen, und das symbolische Ereignis ist der „Fall der Mauer“ am 9. November 1989. Alle drei Begriffe haben in den drei Jahrzehnten seither neben ihrem faktischen Inhalt einen propagandistischen Beigeschmack bekommen.
Diesmal sind die Kläger noch gescheitert, doch das war erst der Anfang: Die Einhaltung der Klimaziele wird ein Fall für die Gerichte.
Scheinwerfer, Laternen, Werbeschilder: Die sogenannte Lichtverschmutzung ist ein Problem für viele Tiere.
Das Chiemgauer Projekt "Paten der Nacht" will nun bei Firmen, Kommunen und Privatleuten dafür werben, nachts weniger leuchten zu lassen.
Am Ende könnte er sich sogar ein Volksbegehren vorstellen, sagt der Initiator Manuel Philipp.Wie kann man Demenzkranken ein würdevolles Leben ermöglichen, sie nicht einschränken und trotzdem ihre Sicherheit gewährleisten?
In der 2000-Einwohner-Ortschaft Hergensweiler bei Lindau soll für 30 Millionen Euro das Dorf "Hergensweiler Heimelig" entstehen.
Das Problem: Es gibt Kritik an dem Konzept, kaum Fördermöglichkeiten und jetzt soll es in Hergensweiler erst einmal ein Bürgerbegehren geben, ob das Dorf überhaupt entstehen darf.An Allerheiligen vor 20 Jahren erschoss ein 16-Jähriger in Bad Reichenhall vier Menschen und dann sich selbst. Der Täter interessierte sich für die Neonazi-Szene - durchleuchtet wurde er trotzdem nicht.
Eine Frau gab in ihren letzten Lebensmonaten hohe Summen für Luxusgüter aus, die Stadtsparkasse Augsburg gewährte die benötigten Kredite. Vor Gericht wird nun verhandelt, ob die Bank sorglos vorging.
Die Verstorbene vererbte ihre Schulden an ihren Neffen, dessen Vater verklagt nun die Bank.
Die Frau hatte eine Vergangenheit mit psychischen Problemen. Zeitweise befand sie sich in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses.Auf dem Imageboard 8chan sollen sich die Attentäter von El Paso, Christchurch und Halle radikalisiert haben. Inzwischen ist die Seite offline. Der Betreiber kämpft mit allen Mitteln darum, das zu ändern. Doch er hat einen starken Gegner.
Schaut man sich den viereinhalbminütigen Zusammenschnitt der ZDF-Produktion „In Wahrheit“ an, den Boris Rosenkranz produziert hat, mag man nicht an einen Krimi denken, sondern an einen Werbefilm mit Krimi-Anteilen. Konkret geht es um den Automobilhersteller BMW, der die Serie mittels „Produktionshilfe“ unterstützt hat. Im Gegenzug wird das Fahrzeug in zahlreichen Szenen recht aufdringlich und offensichtlich wie in einem Werbeclip präsentiert. Rosenkranz hat sich beim ZDF beschwert und eine Antwort erhalten, die zwischen Uneinsichtigkeit, Trotz und Patzigkeit changiert.
Gesponserte Tweets aus der Politik und von Kampagnengruppen sollen der Vergangenheit angehören, sagt Twitter-Chef Jack Dorsey. Er fordert damit Google und Facebook auf, es ihm gleichzutun. Richtig so.
"Ende oder Wende“, der wohl bekannteste Buchtitel des am 19. Oktober verstorbenen sozialdemokratischen Vordenkers Erhard Eppler stammt zwar schon aus dem Jahre 1975 – und doch liest er sich wie der treffendste Kommentar zum historischen Versagen der großen Koalition. Das Klimapaket hätte der Wendepunkt dieser ziel- und mutlosen Regierung sein sollen, doch faktisch beendete es die Hoffnungen der jungen Generation auf baldige grundlegende Reformen. Vor der entscheidenden Nachtsitzung vom 20. auf den 21. August hatte die Bundes- und einstige „Klimakanzlerin“ noch von einer „Menschheitsaufgabe“ gesprochen; deshalb müsse endlich Schluss sein mit „Pillepalle“. Sekundiert wurde sie dabei von Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Viel zu lange habe man sich im Klein-Klein verheddert, so Scholz, die Koalition müsse jetzt zeigen, „dass sie dieser Aufgabe gewachsen ist“, und „wirklich einen großen Wurf liefern“.
Verdeckt in der Troll-Farm
Sechs Monate lang hat eine Reporterin undercover gegen LGBTs gehetzt, für Polens Staatsfernsehen und einen linken Politiker geworben.
Viele Menschen empören sich über ein Urteil eines Jugendgerichts beim Amtsgericht Würzburg. Um zu prüfen, ob das berechtigt ist, sollte man die Lage jedoch möglichst nüchtern betrachten.
Auch wenn Wut und Schmerz groß sind angesichts der Tatsache, dass ein Viertel der Ostdeutschen rechtsradikal wählt: Der Osten hat 2019 eine Reifeprüfung bestanden.
Nach dem Einsatz gegen Terrorchef Baghdadi veröffentlichte das Weiße Haus ein Bild vom US-Präsidenten mit seinen Beratern. Was uns das Foto erzählt? Vor allem, wie genial Trumps Vorgänger Obama das eigene Image kontrollierte.
Gegenüber dem Leipziger Gewandhaus steht ein Bauwerk aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, dessen Giebel das Tympanon eines antiken Tempels imitiert. Darauf eingemeißelt ist der Satz: "Omnia vincit labor", die Arbeit besiegt alles. Über der Inschrift stehen zwei Skulpturen von Arbeitern, die abwechselnd mit schweren Klöppeln die Glocke schlagen. Das Krochsche Hochhaus, so der Name des Gebäudes, hämmert zu Beginn des Industriezeitalters den Menschen eine Weisheit aus Vergils Lehrgedicht über den Landbau ein: Arbeit ist uns Fluch und Verheißung.
Das im Volksmund "Hartz IV" genannte Gesetz war keine Arbeitsmarkt- oder Sozialreform wie jede andere. Denn das am 1. Januar 2005 in Kraft getretene, vom damaligen Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement als "Mutter aller Reformen" gewürdigte Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt hat die Bundesrepublik so tief greifend verändert wie sonst kaum eine innenpolitische Entscheidung von Parlament und Regierung.
Thüringen Erneut wird deutlich, wie die AfD das Parteiensystem transformiert. Aber bedroht das Fehlen stabiler Mehrheiten die Demokratie – oder zwingt es sie auf neue Wege?
Es ist eines der großen Probleme unserer Zeit, dass Medien manchmal über Dinge berichten (müssen), die eben durch die Berichterstattung zu einem Thema oder manchmal auch zu einem handfesten Problem werden. Ich nenne dieses Phänomen die Ambiguität der Aufmerksamkeit und es führt – wie hier und hier beschrieben – dazu, dass das bewusste Ignorieren von bestimmten Abläufen, eine politische Entscheidung sein kann. Denn wenn es blöd läuft, sorgt ausgerechnet die Dokumentationspflicht, die manche Medien empfinden, dafür, dass Marketingpläne aufgehen und die Berichterstattung als Teil einer Kampagne genutzt wird.