Deutschlands Bürger müssen ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen. Viele entscheiden sich deshalb für das Sparen mit ETFs. Damit setzen sie stark auf Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley. Ist das moralisch fragwürdig?
Der Medienwissenschaftler Martin Andree hat das Nutzungsverhalten der Menschen an ihren digitalen Geräten untersucht und gemessen, wie lange sie pro Tag welche Angebote nutzen. Dabei ist herausgekommen, dass die Big-Tech-Unternehmen praktisch die gesamte Aufmerksamkeit der Menschen bekommen.
A.A. Dhand und Saima Mir sind in England für ihre Krimis bekannt, die in Breadford spielen, einer ehemaligen Textilmetropole mit einer großen Community muslimischer „british asians“. Ihre Literatur spiegelt die lokalen Geschichten der Zuwanderung, Protestbewegungen und Herausbildung einer neuen Mittelklasse und steht für ein neues Selbstbewusstsein jenseits rassistischer und frauenfeindlicher Klischees.
Völkerrecht brauche ich nicht.« Deutlicher als mit diesem Satz in seinem jüngsten Interview mit der »New York Times« hätte der amtierende US-Präsident sein Verhältnis zum Recht wohl nicht zum Ausdruck bringen können. Nein, die Bindung an das Völkerrecht kommt in Donald Trumps Gedankenhorizont nicht vor. Zwar räumt er ein, dass seine Regierung diesem grundsätzlich folgen müsse, fügt aber hinzu: »Es hängt davon ab, was Sie als Völkerrecht definieren.« Und in dieser Frage kennt Trump nur einen Maßstab: »Ja, da gibt es eine Sache. Meine eigene Moral. Mein eigener Verstand. Das ist das Einzige, was mich aufhalten kann.«
Mehran Azizi war in Teheran, als das iranische Regime das ganze Land vom Internet abschnitt. Mit einem Mal hatten 90 Millionen Menschen keinen Zugang mehr zur digitalen Welt. Der 44-jährige Stuttgarter war auf Heimatbesuch, über die Weihnachtsfeiertage wollte er seine Familie in Iran besuchen. Er hatte nicht damit gerechnet, in die größte Protestwelle hineinzugeraten, die die Islamische Republik je erlebt hat. »Das war Krieg gegen die eigene Bevölkerung«, sagt er, als er wieder zurück in Deutschland ist.
Die Zahl der Vögel in unseren Gärten schrumpft seit Jahren. Das ist ein Alarmsignal, kommt aber wenig überraschend, kommentiert Daniel Lingenhöhl.
Über den Triggerpunkt geschlechtergerechter Sprache
Immer wieder wird Künstliche Intelligenz in Memes mit unerklärlichen Krankenmonstern aus der Fantasiewelt von H.P. Lovecraft verglichen, deren Denken so völlig anders funktioniert als das der Menschen. Das ist mehr als ein ulkiger Vergleich – denn tatsächlich steckt hinter der freundlichen Maske, die KI-Entwickler ihren Modellen vor dem Umgang mit Nutzern aufsetzen, eine immer noch in weiten Teilen unerklärliche Technologie.
Die Kuscheltiere haben endlich ihren Platz. Heidi Reichinnek, 37, ist in der Linken ein Star, von Fans wird sie mit selbst gehäkelten Tierchen und Plüschfiguren überhäuft. Lange mussten diese in ihrem Abgeordnetenbüro in Kartons ausharren, nun sind sie auf einer Sofalehne drapiert. Am Tisch davor empfängt Reichinnek zum Gespräch.
Kann Spaghettiessen Kunst sein?
Der Übergang zwischen Alltags- und Kunsterfahrung verläuft fließend, sagen manche Philosophen. Unser Kolumnist fragt sich, ob dann jedes Erlebnis ästhetisches Potenzial hat – selbst eine einfache Pasta in einem Hinterhofrestaurant.
Berichte über zahlreiche Fälle von Cybergrooming auf der Gaming-Plattform Roblox werfen Fragen über ihre Sicherheit auf. Ich erkunde Roblox, um mehr über die Probleme herauszufinden, und begegne sinnloser Gewalt und knappen Outfits für Fünfjährige.
Die Rentenfrage verführt dazu, Debatten mit der Linse „Jung und Alt“ zu deuten. Dabei liegen die zentralen Konflikte woanders. Ein Beitrag von Camille Logeay und Florian Blank.
Auch wenn die Fitnessindustrie etwas anderes behauptet: Wer durch Sport Körperfett abbauen will, hat es schwer. Unsere Autorin hat bei drei Fachleuten nachgefragt, warum das so ist.
Europa ist für das Trump-Regime der Feind. Dieses Problem lässt sich nicht mit milden Worten weglächeln. Warum? Natascha Strobl kommentiert.
Die biologische Vielfalt befindet sich in einer beispiellosen Krise, die Aussterberaten von Tier- und Pflanzenarten liegen weit über dem natürlichen Niveau. Hauptursache ist die intensive Art unserer Landnutzung. Der Verlust bedroht auch uns Menschen existenziell.
Dieses Jahr sind erstmals Mixed-Martial-Arts-Kämpfe im Weissen Haus geplant. Angekündigt als „UFC White House“ zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung, finden sie jedoch nicht am Fourth of July statt, sondern an Donald Trumps 80. Geburtstag. Damit festigt die Kampfdisziplin ihre Funktion als antiliberaler reaktionärer Code.
Die US-Einwanderungsbehörde ICE nutzt für ihre Massenfestnahmen zunehmend digitale Überwachungstechnologie. Ein berüchtigter Konzern liefert dafür das „ImmigrationOS“. Doch es gibt Ideen für eine Kampagne, die sich gegen diese Beihilfe zur Menschenjagd richtet.
Während die USA voll auf fossile Energie setzen, ist China dabei, zum ersten Elektrostaat der Welt zu werden. Die Linke sollte sich ein Beispiel daran nehmen und selbst wieder ein Entwicklungsmodell formulieren, das den Kapitalismus übertreffen will.
Die Biodiversitätsforscherin Angelika Brandt hat ihr Leben der Tiefsee gewidmet – dem kalten, dunklen Meeresraum, der ab zirka 200 Metern abwärts beginnt. Auf über 30 Ozeanexpeditionen erforschte sie einzelne Arten, ihre Verbreitung und ihr Zusammenleben. Dafür wurde sie zuletzt mit dem International Prize for Biology ausgezeichnet, einer der höchsten Ehrungen für außergewöhnliche Leistungen in der Biowissenschaft. Brandt lehrt an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und leitet die Abteilung Marine Zoologie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit Science Notes sprach sie über Proben aus 10.000 Metern Tiefe, kaum erforschte Ozeanwesen und das Ausmaß unseres Nichtwissens.
Man kann nicht schützen, was man nicht kennt. Deshalb will die Initiative Seabed 2030 den Meeresboden kartieren. Dabei stößt sie auf geopolitische Hindernisse – und trägt am Ende vielleicht zur Ausbeutung des Lebensraumes bei.