Es war einer der Wahlkampfschlager der Union: Vier Millionen Menschen kassierten angeblich Bürgergeld, obwohl sie arbeiten könnten. Eine sechsstellige Zahl unter ihnen würde hartnäckig jedes Vermittlungsangebot der Jobcenter ablehnen. Mit dieser Geschichte zogen die Unionsparteien durchs Land, und sie hatte alles, was ein Wahlkampfhit braucht: Sie bediente althergebrachte Vorurteile und schuf ein klares Feindbild – das vom faulen, arbeitsscheuen Drückeberger, der es sich auf Kosten der fleißigen und ehrlichen Steuerzahler bequem macht.
Dieses Bild wird im Gedächtnis bleiben: US-Soldaten knien auf der Landebahn der Militärbasis in Anchorage und rollen den roten Teppich vor dem Flugzeug des russischen Machthabers Wladimir Putin aus. Überboten wurde der symbolische Kniefall vom 15. August nur von Donald Trumps Begrüßungsapplaus für den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Kriegsverbrecher aus dem Kreml.
Im schönen Jütland holzt die dänische Naturbehörde im großen Stil gesunde Bäume ab. Das könne doch kein Naturschutz sein, finden Anwohner. Besuch bei einem Wald, der mit der Kettensäge renaturiert wird.
Sich ausgeschlossen zu fühlen, ist äußerst schmerzhaft. Unter bestimmten Bedingungen können solche Erfahrungen radikalen Gedanken und Taten den Weg bereiten.
Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen wurden während der Coronapandemie von der Politik weitgehend übergangen. Aus kinderethischer Perspektive war dies kein Zufall: Die Angelegenheiten der Jugend werden auch sonst nur unzureichend beachtet.
Fresh bodies have been found in Kilifi, near the mass graves that were discovered in 2023.
Die israelische Regierung führt einen sinnlosen Krieg und verstösst gegen das Völkerrecht. Die internationale Staatengemeinschaft muss den Staat Palästina anerkennen. Auch die Schweiz.
Niederbayern war 2015 der Schauplatz einer großen Wanderung, nirgendwo kamen mehr Geflüchtete an. Ein Besuch an den Hotspots und bei den Menschen, die damals mittendrin waren.
Beim bevorstehenden Weltklimagipfel in Brasilien will Präsident Lula da Silva den größten jemals aufgelegten Fonds zum Schutz tropischer Wälder auf den Weg bringen. Die Bundesregierung erwägt eine Milliardenbeteiligung.
Ob Schildkröten oder Fledermäuse, Nacktmulle oder Grönlandhaie: Einige Tiere führen nicht nur ein erstaunlich langes Leben, sondern bleiben auch bis ins hohe Alter gesund. Kann der Mensch von ihnen lernen?
Heute tobt die fossile Gegenoffensive, während der Klimadiskurs verkümmert. Was wir aus den 1990er-Jahren über verpasste Chancen, systemische Blockaden und neue Narrative lernen können.
In der Juli-Ausgabe beschrieb die wissenschaftliche Direktorin am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Ina Kraft, mögliche autoritäre Gefährdungen der Bundeswehr. Im Anschluss daran analysiert »Blätter«-Herausgeber Klaus Naumann anhand neuester Befunde die demokratische Substanz der Truppe und fragt nach ihrer Resilienz gegenüber dem Autoritarismus.
Liegt Jordanien neuerdings am Main? Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber warf jedenfalls unlängst den Vergleich in den Raum und warnte davor, dass es klimatisch so weit kommen könnte. Und tatsächlich lassen die letzten Jahre Schlimmes befürchten.
Die dystopische Gesellschaft der Zukunft strukturiert sich anhand eines „Bürgerscores“: In der niederländisch-belgisch-deutschen Co-Produktion erlebt eine Familie im vermeintlich paradiesischen „Arcadia“ eine gar nicht mal so schöne neue Welt.
Ein neoliberaler Zeitgeist rät uns zu Einsamkeit und Ignoranz, damit wir uns besser fühlen. Doch was wir brauchen, ist das genaue Gegenteil: mehr Sorge füreinander und mehr Gemeinschaft.
Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.
Nie seit dem Ende des Kalten Krieges war der sicherheitspolitische Druck auf Deutschland so hoch wie jetzt. Die Bundesrepublik sieht sich mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert. Sie muss sowohl auf eine aggressive russische Außenpolitik als auch auf eine strategische Abkehr der USA von Europa reagieren. Die sicherheitspolitische Lage, da sind sich große Teile des politischen Spektrums einig, verlange nicht nur eine verbesserte Ausrüstung der Bundeswehr, sondern auch deren grundlegende Wiederausrichtung auf Landes- und Bündnisverteidigung, inklusive eines Kriegstüchtigkeitsmindsets. Dabei droht hierzulande jedoch ein wichtiger Gesichtspunkt aus dem Blick zu geraten: Gefahr für Demokratien in Europa droht nicht nur von außen, sondern auch von innen. Seit Mitte der 2000er Jahre lässt sich weltweit ein Rückgang demokratischer Qualität beobachten: Autokratien werden autoritärer, während viele Demokratien schleichend erodieren – oft ohne formal undemokratisch zu werden. Dabei zu glauben, der globale autokratische Umbau beschränke sich lediglich auf die klassischen Institutionen der Innenpolitik – etwa Justiz, Parlamente, Wahlsysteme oder Medien –, greift zu kurz. Auch das Militär, das eigentlich den äußeren Schutz des Staates gewährleisten soll, und in Demokratien – gerade in Deutschland – oftmals kaum eine innenpolitische Rolle spielt, kann in den Sog autoritärer Tendenzen geraten.
Nach der Gipfeldiplomatie in Alaska und in Washington herrscht vor allem eines: Desorientierung. Nach diesen Gipfeln gibt es mehr Fragen als Antworten.
Vor zehn Jahren, im Sommer 2015, sprach die damalige Bundeskanzlerin, Angela Merkel den berühmt gewordenen Satz: „Wir schaffen das!“. Trotz der damit suggerierten Offenheit gegenüber den vielen damals in Deutschland ankommenden Geflüchteten schob ihr Kabinett im darauffolgenden Jahr 25 375 Menschen ab. Eine so hohe Zahl an Abschiebungen aus Deutschland hat es seither nicht mehr gegeben. Doch das könnte sich nun unter Kanzler Friedrich Merz ändern, denn dieses Jahr ist ein neuer Höchstwert an Abschiebungen zu erwarten. Im ersten Quartal 2025 wurden bereits 6151 Menschen, darunter 1118 Minderjährige, abgeschoben.[2] Auf den Rest des Jahres hochgerechnet könnten es so deutlich über 24 000 Abschiebungen werden. Selbst wenn der Wert von 2016 in absoluten Zahlen nicht erreicht werden würde: Setzt man die Abschiebungen mit dem sogenannten Wanderungssaldo in Beziehung, fallen sie durchaus ins Gewicht. So sind im März 2025 nur rund 23 000 Personen mehr nach Deutschland ein- als ausgewandert.
Zohran Mamdani wird wahrscheinlich der nächste Bürgermeister von New York City. Seine Forderung „Luxus für Alle“ könnte zum Rezept für Linke in aller Welt werden.