In diesem September jähren sich zum zehnten Mal jene Ereignisse, die wahlweise als „Sommer der Migration" oder als „europäische Flüchtlingskrise“ in die Geschichte eingegangen sind. Die Darstellungen wie auch Bewertungen dessen, was sich im Sommer 2015 in Europa abspielte, sind noch immer umkämpft, und bilden den Kern des migrationspolitischen Streits in Deutschland, der mit Angela Merkels berühmt gewordenem Satz „Wir schaffen das!“ seinen Ausgang nahm. Unstrittig ist leider der Befund, dass die populistische und extreme Rechte in Europa durch die beständige Skandalisierung des Sommers 2015 nicht nur erhebliche Wahlerfolge erzielen konnte, sondern auch den migrationspolitischen Diskurs derart ins Repressive verschoben hat, dass sich dem auch konservative und sozialdemokratische Parteien nicht mehr entziehen wollen. Erklärtes Ziel der daraus folgenden neuen, neoautoritären Migrations- und Grenzpolitik ist es nicht allein, die protektiv-verschärfenden migrationspolitischen Reformen der vergangenen Jahrzehnte fortzusetzen. Vielmehr geht es den nationalradikalen Verfechter:innen einer elektoralen Autokratie in Europa (wie auch in den USA) darum, der Migration grundsätzlich ihre Legitimität abzusprechen, sie zu unterbinden und – in ihren brutalsten Phantasien, wie sie etwa im Begriff der Remigration zum Ausdruck kommen –, rückgängig zu machen.
Nach dem Alaskagipfel drängt Trump die Ukraine zu einem schnellen Deal, zu Putins Bedingungen. Durch Europas Ohnmacht droht dem angegriffenen Land nun eine Katastrophe.
Warum das Staatsschutzstrafrecht im autoritären Populismus eine Rolle spielen kann – ein Blick in die Geschichte der frühen Bundesrepublik
Die Deutschen bekommen immer weniger Babys. Weil sie nichts mehr aushalten und ihnen alles zu anstrengend ist? Forscher suchen nach den Gründen – und nach Gegenmitteln.
Nach diesem Interview weißt du mehr darüber, welche Rolle du spielst
Keine eigenen Accounts unter 13, keine Smartphones an Schulen bis zur elften Klasse: Die Leopoldina schlägt teils drastische Maßnahmen zum Jugendschutz im Internet vor.
Einige deutsche Spitzenpolitiker*innen fordern ein Social-Media-Verbot für Minderjährige. Realistisch ist das aber nicht. Das zeigt eine nüchterne Analyse der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags.
Große Firmen lagern das Training künstlicher Intelligenz an Subunternehmen aus. Für die arbeiten weltweit echte Menschen – zu miserablen Bedingungen.
Besteht der Kugelblitz aus Plasma? Oder doch aus elektromagnetischen Feldlinien? Und welche Rolle spielen Quarz und Silizium? Die Studienlage ist unübersichtlich. Was können wir aus all diesen Ansätzen über das rätselhafte Wetterphänomen lernen? Ein Blick in die aktuelle Forschung um den Kugelblitz.
Eine kaum bekannte Episode zeigt: In den 1930er Jahren wurde es schon einmal brandgefährlich für die US-Demokratie. Damals trugen Amerikas Wähler einen »Messias der Rednecks« nach Washington.
Ausgerechnet Katharina Schulze, für viele das fleischgewordene Grünen-Klischee, soll die Partei im konservativen Bayern wieder stark machen. Kann dieses grüne Experiment gutgehen?
Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.
Die Welt der Fachanwendungen mag langweilig wirken, und doch sollten wir sie als Gesellschaft immer kritisch begleiten. Denn ob wir wollen oder nicht: Software ist längst Teil der Daseinsvorsorge und Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Und daraus erwächst eine Verantwortung.
Vor 50 Jahren jagten mehrere hundert Menschen algerische Vertragsarbeiter durch Erfurt – doch aus dem öffentlichen Bewusstsein ist das wie ausradiert. Was erzählen die Männer, die sich damals wehrten?
Seit 2013 gibt es konkrete Pläne der Landesregierung, insgesamt sieben Radschnellverbindungen in NRW zu bauen. Durch sie sollen mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen und die Verkehrswende vorangetrieben werden. WDR-Recherchen zeigen jetzt, in welchem Ausmaß der Bau stockt.
Markus Söder hantiert wie kaum ein zweiter demokratischer Politiker mit den sozialen Netzwerken. Seine manchmal etwas peinlichen Inhalte erreichen Millionen, aber der langfristige Erfolg ist noch nicht ausgemacht.
“If someone has the power of the presidency and also has the power to sue and take bribes, then he can do anything to anyone!” - Jesus, to the townsfolk of South Park.
It’s been over a decade now since Grendel emerged from the forest and the metaphors are understandably tired. But a sentence in a recent Mark Helprin piece jogged my amygdala nonetheless. He described the president as someone who “behaves like a wild boar crashing through a field of well-tended crops. (Look carefully at the eyes, and you see it.)”
Recently the CEO of Github wrote a blog post called Developers reinvented. It was reposted with various clickbait headings like GitHub CEO Thomas Dohmke Warns Developers: "Either Embrace AI or Get Out of This Career" (that one feels like an LLM generated summary of the actual post, which would be ironic if it wasn't awful). To my great misfortune I read both of these. Even if we ignore whether AI is useful or not, the writings contain some of the absolute worst reasoning and stretched logical leaps I have seen in years, maybe decades. If you are ever in the need of finding out how not to write a "scientific" text on any given subject, this is the disaster area for you.
Statt Tempo 30 soll in Berlin auf vielen Straßen wieder Tempo 50 gelten. Neue Busspuren oder Radstreifen werden von der Verwaltung blockiert, mancherorts werden fast fertige Fahrradstreifen wieder zu Parkplätzen umgewidmet. Auch das bundesweite Vorzeigeprojekt der Hauptstadt, der autofreie Abschnitt auf der Friedrichstraße, ist längst Geschichte: Wo früher auf Straßen Pflanzen und Bänke standen, auf denen Passant:innen unbehelligt von Lastern und Pkw verweilen konnten, fahren heute wieder motorisierte Fahrzeuge. Das Berliner Mobilitätsgesetz des ehemaligen rot-rot-grünen Senats galt bundesweit als vorbildlich für die Verkehrswende: weg von der „autogerechten Stadt“[1] hin zu einer klimagerechten, fahrrad- und fußgängerfreundlichen Politik. Doch nach sieben Jahren fällt die Bilanz ernüchternd aus: Bis 2030 sollte ursprünglich ein flächendeckendes Fahrradnetz mit einer Länge von fast 2700 Kilometern entstehen. Bis Ende 2024 waren jedoch lediglich 158 Kilometer fertig. Drei Jahre in Folge verlangsamte sich unter dem schwarz-roten Senat der Ausbau, 2024 kamen nur noch 20 neue Kilometer hinzu.[2] Auch im ersten Halbjahr 2025 passierte kaum etwas. Nicht nur in Berlin, auch im restlichen Deutschland stockt die Verkehrswende, während sie anderswo in Europa durchaus vorankommt.
Viele Menschen wachen in der Nacht immer zur gleichen Zeit auf – was es mit der »Wolfsstunde« auf sich hat.